"Der Name der Rose" begeistert in Jagsthausen

Kloster-Krimi bei den Burgfestspielen

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Rätselhafte Morde in der Abtei: "Der Name der Rose" ist voller Spannung

"Der Name der Rose" sorgt für jede Menge Spannung auf der Götzenburg.

Leichen, überall Blut, eine Bibliothek die niemand betreten darf und Mönche, die eine ganze Menge zu verschweigen haben. Das stinkt zum Himmel, wie der Franziskanermönch William von Baskerville schnell bemerkt. Zusammen mit seinem Novizen Adson von Melk macht er sich daran, die rätselhaften Todesfälle in der italienischen Benediktinerabtei aufzuklären - und tritt dabei eine Lawine los, die selbst Tiefgläubige in ihrer Gottesfürchtigkeit erschüttern.

Burghof wird zum Leichenkloster

"Der Name der Rose" des Anfang dieses Jahres verstorbenen Autors Umberto Eco ist weltberühmt. Als Roman, aber auch als Verfilmung mit Sean Connery in der Hauptrolle. Kein leichtes Erbe also für das Ensemble der Burgfestspiele Jagsthausen, die Geschichte aus dem 14. Jahrhundert auf die Bühne zu bringen. Doch bei der Premiere am Freitag herrscht vom ersten Moment an Gänsehaut-Stimmung: Bei den düsteren Mienen der Mönche in ihren schwarzen Kutten kommt sofort dunkle Mittelalter-Atmosphäre auf. Und wenn tiefgläubige Männer die Leichen entdecken, in Todesangst von der drohenden Apokalypse phantasieren und fast wahnsinnig werden, weil sie glauben, dass der Teufel persönlich in der Abtei umgeht, dann stockt dem Publikum der Atem.

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Das Besondere an "Der Name der Rose": Das Stück, das vordergründig als spannender Mittelalter-Krimi daherkommt, verhandelt auf der zweiten Ebene tiefe Glaubensfragen und diskutiert, wie eine moralisch korrekte Lebensführung im Sinne Gottes aussehen sollte.

Unter den Premierengästen kennen nicht alle die Romanvorlage und den Film: "Wir lassen uns einfach überraschen", sagt Anna Reinerth aus Massenbachhausen, die mit Erika Ziegler und Malvine Hermann aus Leingarten auf die Götzenburg gekommen ist. Die Stuttgarterinnen Brigitte Schock und Eleonore Lindenberg sind dagegen mit dem Buch bestens vertraut - und nach dem Stück begeistert: "Die Schauspieler haben das ganz toll gemacht. Die Spannung kam super rüber", sagt Lindenberg. Und die Auflösung der Morde am Ende - wenn tatsächlich fast die Welt unterzugehen scheint - wird sicher keiner der Zuschauer so schnell vergessen.

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Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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