Mit dem Frühling beginnt die Motorradsaison - und die Zeit der schlimmen Unfälle

Motorradfahrer haben keine Knautschzone

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Mit Schwung in die Kurve: Mit der richtigen Ausstattung ein großer Spaß, ohne Vorbereitung sehr gefährlich.
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Es ist ein schönes, aber leider sehr riskantes Hobby: Bei Unfällen ziehen Motorradfahrer allzu oft den Kürzeren.

Das Trauerspiel wiederholt sich jährlich: Kaum steigen die Temperaturen, schnellen auch die Zahlen der Motorradunfälle nach oben. Viele können es nach dem langen Winter kaum erwarten, ihr Zweirad wieder aus der Garage zu holen. Aber die Vorfreude macht allzu oft fatal leichtsinnig: Die Zahl der tödlichen Unfälle steigt seit 2012 kontinuierlich an.

Im Jahr 2015 verunglückten allein auf den Straßen und Autobahnen des Polizeipräsidiums Heilbronn 443 Biker, neun kamen ums Leben. 170 Motorradfahrer und Mitfahrer wurden schwer verletzt. „Ein Motorrad hat keine Knautschzone“, warnt Heilbronns Polizeivizepräsident Hans Beckerbei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik. „Im eigenen Interesse appelliere ich deshalb an alle Fahrer, sich an die Verkehrsregeln zu halten.“

Zu schnell, zu unerfahren oder schlicht nicht ausreichend geschützt – so vielfältig die Unfallursachen sind, so dramatisch sind oft die Auswirkungen. „Viele Motorradunfälle haben schwere Verletzungen zur Folge, etwa am Kopf, an der Wirbelsäule, am Becken und an den Extremitäten. Oft sind mehrere Körperteile schwer betroffen“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Linhart, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Heilbronner SLK-Klinikum. Manches ließe sich mit der richtigen Kleidung vermeiden. „Bei Menschen, die in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs waren, als der Unfall passierte, sind die Verletzungen meist besonders gravierend“, erklärt Linhart. „Wenn jemand ohne Schutzkleidung mehrere Meter über den Asphalt rutscht, hat das extreme Verletzungen an den Weichteilen zur Folge.“ Lederkombi, Handschuhe, geeignete Schuhe und gepolsterte Jacken können helfen – „neben der richtigen Kleidung ist selbstverständlich der beste Schutz, seine Geschwindigkeit und Fahrweise an den Verkehr, die Straße und das Wetter anzupassen".

Mit groß angelegten Aktionen und Fahrsicherheitstrainings versucht die Polizei, die Motorradfahrer für ihre eigene Verletzlichkeit zu sensibilisieren. „Neben der Maschine müssen auch die Fahrer fit für die Saison sein. Dafür bieten sich Sicherheitstrainings an“, erklärt Innenminister Reinhold Gallzum Auftakt der Motorradsaison.

Zur fast schon traditionellen Veranstaltung auf der Löwensteiner Platte werden denn auch wieder tausende Biker erwartet: Am Sonntag, 17. April, informieren zwischen 10 und 18 Uhr Dekra und Tüv, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk über alle Aspekte rund um die Sicherheit. Erste Hilfe, Videovorführungen, Schräglagentraining und vieles mehr stehen auf dem Programm. Stuntfahrer Kevin Funk zeigt in drei Shows mit gewagten Kunststücken und Schleiftests, wie wichtig richtige Kleidung ist.

Bereiten Sie sich auf die Motorradsaison vor?

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