7. Motorman-Run in Neuenstadt

Ist die Strecke zu stark, bist du zu schwach

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Schlammschlacht beim Motorman-Run.

Schlamm, Schweiß und Lachen beim siebten Motorman Run an der Neuenstadter Kirchweih.

Joseph Daniels hat vermutlich die weiteste Anreise aller Teilnehmer. Der Austauschpirat lebt nämlich eigentlich in Newcastle in England und ist am Samstag Mitglied der Malzwasserpiraten beim Motorman 2016.

"Ich war schon die letzten drei Monate drei Mal wöchentlich laufen, um zu trainieren", erzählt er. Immerhin wollen er und die anderen auch die vollen 16 Kilometer bewältigen. Und das wird bei strahlendem Sonnenschein eine verschwitzte, schlammige und anstrengende Angelegenheit.

Fotos von der Schlammschlacht beim Motorman-Run

Zum siebten mal veranstaltet der TSV Neuenstadt seinen Hindernislauf der extremen Art im Rahmen der dreitägigen Neuenstadter Kirchweih. Und die Läufer strömen nur so auf die Strecke.

2000 sind angemeldet, hunderte mehr hätten gern noch mitgemacht. In großen Gruppen werden die Teilnehmer auf die Strecke gelassen, bejubelt von zahlreichen Zuschauern, die selber eine Gaudi haben, wenn es so richtig schlammig und nass wird.

41 Hindernisse gilt es, zu überwinden. Über Kabeltrommeln, durch Autoreifen, steile Wände hoch und natürlich durch Schlammlöcher – da ist viel Kreativität im Spiel.

Tina Fischer aus Öhringen und Freundin Sarah Schieber aus Bretzfeld-Bitzfeld freuen sich schon riesig. Sie sind zum vierten Mal dabei, zum zweiten Mal als Bräute. "Es macht einfach voll Spaß, auch wenn man mit Schürfwunden und blauen Flecken heim kommt", finden sie.

Das Kostüm sei ganz praktisch. "Bräuten hilft an den Hindernissen jeder", meinen sie augenzwinkernd. Viele Teams sind kreativ unterwegs. Da gibt es Supermänner und hüpfende Frösche, Einhörner, Verbrecher und lustige Sprüche auf den T-Shirts. Manche Gruppen sind auch magisch geschrumpft.

"Wir waren eigentlich eine größere Gruppe, aber jetzt sind nur noch wir zwei übrig, der Rest war zu schwach", verraten Joachim Lock aus Neuenstadt und Thilo Scheer aus Bad Friedrichshall.

Während die Besucher den verrückten Läufern zujubeln, ist auf dem Mittelaltermarkt und bei der Kirmes zu dieser Zeit naturgemäß weniger los. Das kommt dann im Anschluss.

Egidius Retzbach sitzt gemütlich im Schatten und flechtet Körbe. "Ein ausgeufertes Hobby", nennt er es. Vor sechzig Jahren hat er es von seinem Bruder gelernt, dann 35 Jahre lang nichts gemacht und als Rentner wieder los gelegt. "Jetzt artet es fast schon zu Geschäft aus, aber es macht Spaß", erzählt er.

Text von Stefanie Pfäffle

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echo24.de Redaktion

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