Härter und brachialer - das Album "Into the Ruins" ist fertig

Soilid: Brachiale Release-Show im Mobilat

Musikvideo im Kinostil, stimmiges Artwork - und Songs wie  Abrissbirnen. Die Metalband Soilid wagt den Sprung in die Semi-Professionalität.

Bei Soilid - da geht was. Das war schon beim ersten Album "Murder Diary" zu hören. Gitarrenmelodien, die sofort gefangen nehmen, brachialer Gesang und Abgeh-Passagen, bei denen es keinen auf den Sitzen hält. Einfach Volldampf! Doch auf dem 2012er Album der Metalband aus dem Heilbronner Raum fehlte noch ein wenig der rote Faden. Die einzelnen Songteile für sich bringen das Metaller-Herz zum Rasen. Aber die Wechsel von harten Gitarrenriffs hin zu poppigem Gesang kommen manchmal zu abrupt.

"Deshalb haben wir lange am neuen Album und seiner Präsentation gefeilt", erklärt Bassist Jochen Schütz aus Kirchardt-Berwangen. "Into the Ruins" erschien an diesem Freitag. Und angezogene Handbremse ist nicht! Weder musikalisch noch in der Grundhaltung der fünf Hardcore/Neo-Thrash-Musiker. Schütz: "Wir haben hart gearbeitet und gehen mit diesem Album einen Riesenschritt nach vorne." Und das hört, sieht und spürt man.

Zwei Tage lang haben die Jungs mit Filmemacher Matthias Bitsch ein aufwendiges Video zum Song "Eternal War" gedreht. Performance-Szenen wechseln sich mit atmosphärischen Detail-Shots ab. Kameras auf Schienen, anspruchsvolles Lichtdesign, Zeitlupe - der Dreh lief nicht mal eben so nebenher. Schütz: "Jede Einstellung war von vornherein genau festgelegt. Und in der sehr aufwendigen Nachbearbeitung haben wir unter anderem auch den düsteren Look hingekriegt, der zum Song passt."

Abriss - ohne Kompromiss

"Eternal War" steht dabei stellvertretend fürs ganze Album. Keine Schnörkel, keine Brüche, aber mit viel melodischem Groove voll auf die Zwölf. Schütz erklärt: "Die Hörer sollen keine Zeit zum Verschnaufen haben." Diese Kompromisslosigkeit zieht sich durchs ganze Album - und darüber hinaus. "Wir haben ein halbes Jahr lang am CD-Artwork gefeilt." Den kalten Farbton aus dem Video erkennt man auch im Booklet wieder, das Häuser- und Menschen-Ruinen vor blauem Hintergrund zeigt. Schließlich ist der Albumtitel "Into the Ruins" Programm. "In den elf Songs geht es um Verfall in mehrfacher Hinsicht. Der Opener 'Alone' handelt vom Ich-Verlust und sozialer Isolation", erklärt Schütz. Persönliche treffen auf soziale Abgründe in einer Welt voller moralischer Trümmer. Und die elf Abrissbirnen auf der CD machen diese Ruinen endgültig dem Erdboden gleich.

Dazu versucht Soilid, in Zukunft auch überregional zu agieren. Schütz: "Wir haben überlegt, wie wir unsere Ressourcen bestmöglich einsetzen." Viel Geld haben die fünf Musiker in die Band investiert. Und mit der Unterstützung des Labels MDD-Records aus Nordheim-Nordhausen ist das Album sogar bei Onlineshops wie EMP erhältlich. Konzerte mit großen Szenebands wie Debauchery oder Illdisposed sind bereits bestätigt.

Mit einem brachialen Angriff auf die Lauscher feierten Soilid am Pfingstsonntag ihren CD-Release im Heilbronner Club Mobilat. Das Vorprogramm - die Hardcore-Bands A Traitor Like Judas, The Green River Burial und Inertia -heizten kräftig ein. Und dann zeigten Soilid, dass es noch brachialer als auf Platte geht. Eine knappe Stunde gab's epische Melodien, unterbrochen von erdbebenartigen Breakdowns. Vor allem bei "Smash the Crowd", dem Partysong der neuen Platte, und beim Titelstück "Into the Ruins" eskalierte das Publikum im gut gefüllten Mobilat komplett: Headbangen, Moshpits, Wall of Death - mehr Energie geht nicht!

Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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