Das Leben wird nach dem Unwetter neugeordnet

Künzelsau blickt langsam wieder positiv nach vorne

+
Die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Künzelsau sind noch in vollem Gange.

Viele Geschäfte in der Innenstadt sind nach der Flutung komplett zerstört.

"Am 30. Mai ist Weltuntergang." So heißt ein bekannter Schlager aus den 50er Jahren. Für Künzelsau wurde der Titel dieses Jahr so was wie bittere Realität. Wirklich unter ging natürlich zum Glück weder die Welt noch Künzelsau, aber die Hauptstraße der Stadt und ihre Geschäfte versanken in den Fluten des Künsbachs. Alle Geschäfte links und rechts der Hauptstraße liefen voll mit Wasser und Schlamm.

Carmen und Olivier Schnieppdenken mit Schaudern an diese Nacht zurück. Das Wasser strömte meterhoch am Schaufenster vorbei. Schlamm und Wasser drangen in die Geschäftsräume ein und vernichteten nicht nur Verkaufsartikel, sondern auch technische Geräte. Das Paar blickt wieder positiv nach vorne: "Wir sind eine tolle Stadt, mit einer tollen Verwaltung und Feuerwehr. Auch den vielen freiwilligen Helfer gebührt Dank und Anerkennung."

Fünf Studenten der FH Künzelsau haben den beiden bis in die frühen Morgenstunden hinein geholfen – mit Schneeschiebern und Schaufeln. Matthias Uebele, Juniorchef der Buchhandlung Breuninger, erzählt: "Auch wir hatten Schlamm und Wasser in unseren Räumen, besonders die Papeterie hat es schwer getroffen. Die Solidarität und Menschlichkeit war bewegend, mein Dank geht an alle Helfer. Ihnen verdanken wir, dass wir schnellstens wieder öffnen konnten."

Künzelsau nach der Überschwemmung

Ganz so glimpflich hat es das Schuhhaus Setzer nicht getroffen. Jürgen Setzer, der Juniorchef, berichtet: "Der gesamte Warenbestand ist verloren." Auch das kleine Schustermuseum seines Vaters ist vollständig zerstört. Das ist besonders schmerzhaft. "Wir hatten in diesem Jahr 130-jähriges Bestehen. Der Schaden liegt bei 500.000 Euro. Wir werden aber weitermachen", sagt Setzer.

Nach zwei Tagen und dank vieler Hilfen konnte Mode Münch wieder öffnen, nur das Geschäft M-Style Mode am Unteren Markt erlitt Totalschaden, berichtet Juniorchefin Aysun Münch. Eine komplette Zerstörung gab es auch bei Pro-Optik. Geschäftsführer Claus-Dieter Royeck: "Wir haben einen firmeneigenen Container, mit dem wir unseren Verkauf fortsetzen können."

Auch Daniela Mack mit ihrer Parfümerie am Rathaus zählt zu den Geschädigten, ihr Geschäft wurde vernichtet. Spontan setzte sich Bürgermeister Stefan Neumann für sie ein und organisierte einen Raum gleich neben ihrer Parfümerie, sodass Mack den Verkauf weiterführen kann.

Von Kurt Gesper

echo24.de Redaktion

echo24.de Redaktion

E-Mail:redaktion@echo24.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare