Nachfrage nach Bankschließfächern und Einbautresoren steigt an

Die große Sehnsucht nach Sicherheit

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Immer mehr Menschen wollen ihr Hab und Gut einschließen.
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Rund ein Drittel der registrierten Straftaten im Land waren 2015 Diebstahlsdelikte. Das prägt das Sicherheitsempfinden im Land.

Beim Thema Sicherheit klaffen Wahrnehmung und Wirklichkeit offenbar auseinander: Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 weist Baden-Württemberg als sicherstes aller Bundesländer aus, die Aufklärungsquote aller Straftaten liegt bei über 60 Prozent. D

ennoch überlassen immer mehr Menschen die sichere Aufbewahrung ihrer materiellen Besitztümer lieber den Profis. Mancherorts werden schon die Bankschließfächer knapp, und auch Tresore werden immer häufiger in Privaträumen eingebaut. „Die Nachfrage danach steigt auf breiter Front – von ganz jungen Leuten bis zum Rentner interessieren sich immer mehr Menschen dafür“, erklärt Elmar Fleiss, Inhaber von Bikel Tresore in Heilbronn. Ob Goldbarren oder geerbter Schmuck von eher ideellem Wert, Testament oder Versicherungspolice – ein Tresor schafft Sicherheit, wenn er richtig installiert wird.

Bei der Kreissparkasse Heilbronn verzeichnet man für 2015 eine leicht gestiegene Nachfrage nach Schließfächern. „Aus welchen Gründen genau die Nachfrage gestiegen ist, kann aber nicht festgestellt werden“, erklärt Sprecherin Maike Daniels. Hier sind noch einige Fächer zu haben, je nach Größe kosten sie bis zu 150 Euro im Jahr.

Eine Erklärung für diese neue Sehnsucht nach Sicherheit: Ein Drittel der Straftaten 2015 waren Eigentumsdelikte. „Diese Taten prägen das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung“, sagt Innenminister Reinhold Gall. Zwar ist die Zahl der Wohnungseinbrüche erstmals seit Jahren um zehn Prozent zurückgegangen. Aber die Täter werden immer professioneller. „Die Erkenntnisse deuten auf eine Zunahme von Straftaten durch bandenmäßig organisierte Tätergruppen aus dem Ausland hin“, sagt Landespolizeipräsident Gerhard Klotter.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter macht die georgische Mafia für große Teile der bundesweiten Einbrüche verantwortlich. Deren Masche ist besonders perfide: Die Täter beantragen hier Asyl. In der Zeit, bis ihr Antrag abgelehnt wird, suchen sie ganze Landstriche als Einbrecher heim.

Das wirft ein schlechtes Licht auf Asylbewerber und Flüchtlinge – zu Unrecht, wie die Statistik zeigt: Menschen, die tatsächlich aus Kriegsgebieten fliehen, fallen eher mit Armutskriminalität wie Ladendiebstahl und Schwarzfahren auf, auch ausländerrechtliche Verstöße sind häufig. Allgemeine Delikte dagegen begehen Flüchtlinge selten. Gall: „Diese Menschen suchen in Deutschland Schutz.“

Wo bewahren Sie Ihre Wertsachen auf?

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