Immer wieder streuen Fieslinge im echo-Land Gerüchte über Flüchtlinge

Das ist Rufmord!

Die Polizei taucht auf – und schon schrillen die Alarmglocken. Böse Behauptungen machen die Situation rund um Flüchtlinge schlimmer als sie tatsächlich ist.Fotos: avs/Fotolia

Tötung, Raub, Vergewaltigung – die dunkle Fantasie der Menschen kennt keine Grenzen.

Wenn DAS wahr wäre – es müsste einem angst und bange werden: Bei Facebook machte ein Foto die Runde, auf dem sind ein Polizeiauto und mehrere Polizisten zu sehen. Die Beamten beugen sich über eine zugedeckte Person. Die angebliche Erklärung der Szene: In Künzelsau haben Flüchtlinge einen Mann erstochen – und die Ordnungshüter kümmern sich nun um den Abtransport der Leiche. Die Wahrheit: alles erstunken und erlogen! Außer, dass das Bild wirklich in Künzelsau aufgenommen wurde. „Das Foto zeigt Polizisten, die einem betrunkenen Obdachlosen helfen und ihn zudecken, damit er nicht friert“, erklärt Jonas Dreßvon der Polizei Heilbronn, die auch für den Hohenlohekreis zuständig ist.

Widerliche Gerüchte rund um Flüchtlinge kommen der Polizei immer wieder zu Ohren. „Da ist von Überfällen, Belästigungen von Frauen und Kindern sowie Vergewaltigungen die Rede“, berichtet Dreß. Tatsächlich liegen zu den angeblichen Straftaten aber keinerlei Anzeigen vor. Dreß: „Um zu ermitteln, brauchen wir einen Geschädigten – und den gibt es bei diesen erfundenen Fällen nicht.“ Offenbar streuen Bürger aus Angst oder Rassismus die Delikte aus dem Märchenland – und machen jene schlecht, die ohnehin Schlimmes erlebt haben und nun in Deutschland neu beginnen wollen. Glatter Rufmord! Seit das Thema Flüchtlinge die öffentlichen Diskussionen bestimmt, haben sich solche Enten vervielfacht. Dreß betont, dass die Polizei selbstverständlich angezeigte Straftaten verfolgt. Taten aus Alptraum-Fantasien nachzujagen, ist aber völlig absurd.

Kriminalhauptkommissar Rainer Ott erklärt, dass das Thema Flüchtlinge aber auch reale Spuren in der täglichen Arbeit der Heilbronner Polizei hinterlässt: „Im Bezug auf Flüchtlinge stehen oft Konfliktschlichtungen, Diebstahl und Körperverletzung im Zentrum.“ Vor Kurzem wurden Asylbewerber aus dem Kosovo und Albanien verhaftet, die offenbar mit Wohnungseinbrüchen in Verbindung stehen. Richtig ist also: Von Flüchtlingen verursachte Straftaten – die gibt es also sehr wohl im echo-Land. Die Tatsachen zu überformen und gegen Hilfesuchende zu hetzen – das geht aber gar nicht!

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