Ein Lichtblick für genervte Eltern: Dickköpfe bringen es weit im Leben!

Dickköpfe haben es richtig drauf

Ein kleiner Dickkopf.
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An alle Eltern, die am Rande des Wahnsinns stehen: Keine Panik! Einer amerikanischen Langzeitstudie zufolge sollen es dickköpfige Kinder einst mal weit bringen.

Das behauptet zumindest die wissenschaftliche Zeitschrift „Developmental Psychology“. Demnach seien Reichtum und Erfolg die Folgen von Durchsetzungsfähigkeit und Ellenbogen-Mentalität in der Kindheit.

Umfrage in Heilbronn: Sind Sie ein Dickkopf?

Im Fokus der Studie standen die Lebensläufe von 745 Probanden. Kinder zwischen acht und zwölf Jahren wurden von Wissenschaftlern hinsichtlich des Charakters und des Verhaltens gegenüber ihrer Eltern untersucht. Vierzig Jahre später wurde ein Zusammenhang zum aktuellen Berufsleben hergestellt. Das Ergebnis: Aufmüpfige Störenfriede verdienen mehr Geld und sind erfolgreicher im Beruf.

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Hans-Jürgen Saknus, Leiter der Fachstelle Bildung-Beteiligung in Öhringen: „Der Astronaut und Geophysiker Dr. Alexander Gerst war in unserer Kinder- und Jugendarbeit in Künzelsau zu Hause. Er war auch ein anstrengender, nachfragender und beharrlicher junger Mensch, auf den wir aber heute sehr stolz sind.“

Dennoch sieht er die Studie kritisch: „Den Zusammenhang zwischen Starrhalsigkeit und beruflichem Erfolg sehe ich nicht unbedingt. Klar, Gefühle und Meinungen deutlich kund zu tun sind anstrengend für Eltern und Erzieher.“

Bekannte Dickköpfe, die es weit gebracht haben

Vielmehr jedoch seien die Trotzphasen im Alter zwischen zwei und vier Jahren sowie in der Pubertät, die jedes Kind durchmacht, für die Persönlichkeitsentwicklung notwendig. Als Vater von drei Kindern bietet er einen Lösungsansatz für Eltern bei trotzigem Verhalten: „Durch Verständnis, Verhandlungsangebote oder manchmal notwendiges Ignorieren können Lösungen gefunden werden.“

Auch Markus Dratwahat als Lehrer für Chemie, Mathematik und Gemeinschaftskunde am Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn täglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun: „Natürlich ist eine Portion Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit für jedes Kind gut. Ich habe aber den Eindruck, dass es heute zu wenige Schüler mit rebellischem Verhalten und kritischem Hinterfragen gibt. Das ist schade. Denn: Sie bringen die Abwechslung und die nötige kritische Haltung mit in die Schule.“ Laut Dratwa würden in der Studie zu viele Faktoren unberücksichtigt gelassen, die grundlegend für einen beruflichen Erfolg seien. „Außerdem hängt es auch häufig vom Schulsystem und von den Lehrern ab, ob starke Charaktere Erfolg in der Schule haben.“

Daher sollten sich Eltern bei trotzigem Verhalten der Kinder nicht zurück lehnen und nicht allzu sehr auf das wohltuende Klingen im Sparschwein hoffen. Die Studie enthält noch zu viele Leerstellen, die es zu erschließen gilt.

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