Die gefährlichen Drogen sind ganz leicht im Internet zu bestellen

"Hundert Mal stärker als Gras": Verbot von  Legal Highs geplant

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Sogenannte Legal-High-Produkte. Die angeblich harmlose Produkte werden über das Internet vor allem an junge Leute verkauft.

Psychoaktive Stoffe in den Produkten können schwerwiegende Folgen haben und sogar zum Tod führen.

Sie heißen "Beach Party" oder "Crazy Monkey" und sind alles andere als harmlos: Jugendschützer schlagen angesichts der zunehmenden Gefahren durch psychoaktive Drogen aus dem Internet Alarm. Getarnt als Kräutermischungen oder Badesalze seien die gefährlichen Substanzen auch für Minderjährige frei erhältlich und über soziale Netzwerke leicht zu finden, warnte das Portal Jugendschutz.net.

Auch Rouven Siegele, stellvertretender Leiter der Jugend- und Suchtberatung in Heilbronn, sieht die leichte Beschaffung der gefährlichen Substanzen kritisch: "Die gefährlichen Kräutermischungen sind leicht online zu ergattern. Vor allem Jugendliche sind stark betroffen. Das Erschreckende: "Wir sprechen hier von 12-,13- oder 14-Jährigen."

Dabei könne die Entwicklung schwer gefährdet werden. Siegele: "Halluzinogene greifen massiv in die Gehirnentwicklung ein. Vor allem bei jungen Leuten unter 21 Jahren. Legal Highs sind zum Teil viele hundert Mal stärker als Gras."

Neue synthetische Drogen aus dem Labor sind auch in Deutschland eine wachsende Gefahr. Die psychoaktiven Stoffe werden - bunt verpackt und mit spaßigen Sprüchen - als vermeintlich unbedenkliche Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert. Im Internet werden sie oft als angeblich legale Alternative zu Drogen wie Ecstasy oder Cannabis verkauft.

Denkt ihr, das Verbot bringt was?

Ihre Zusammensetzung ist aber oft nicht bekannt, was hohe Risiken für die Konsumenten birgt. Die Nebenwirkungen dieser Designerdrogen reichen von Übelkeit, Herzrasen, Panikattacken und Erbrechen bis hin zu Kreislaufversagen, Bewusstlosigkeit und Tod. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Todesfälle durch "Legal Highs" nach Angaben des Bundeskriminalamts auf 39. Im Vorjahr waren es 25 Todesfälle. Legal Highs haben Experten zufolge zudem ein hohes Suchtpotenzial.

Das von der Bundesregierung geplante Gesetz zum Verbot von "Legal Highs" nannten die Jugendschützer einen "wichtigen Schritt". Wann es in Kraft trete, sei aber ebenso offen wie die Frage, ob es alle rechtlichen Schlupflöcher stopfen könne. Viele Betreiber von Onlineshops wollten ihre "Umgehungsstrategien" fortsetzen. Auch ausländische Anbieter böten die Drogen weiter an.

Siegele sieht die Umsetzung kritisch: "Sicherlich wird sich die Industrie soweit gehend verändern, dass Vertreiber sich Umgehungsstrategien bedienen." Dennoch: "Ein Verbot bringt sicherlich was. Für Hersteller werden Legal Highs unattraktiv, weil sie in die Illegalität rutschen. Auch, weil juristisch gegen Verstöße vorgegangen werden kann. Wichtig ist, dass alle anderen Präventivmaßnahmen, wie Alternativen und Angebote bieten, Sport- und Freizeitangebote fördern und Perspektiven schaffen, weiterhin betrieben werden."

Vanessa Sica

Vanessa Sica

Mode- und Lifestyle-Expertin. Für Recherchen von regionalen Themen und als Szene-Reporterin immer unterwegs. Kolumne: "Vashionessa".

E-Mail:vanessa.sica@echo24.de

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