Freibad-Spaß in Gefahr?

Bademeister-Mangel wird zum Problem

+
Ein einsamer Bademeister - genauso sieht es aktuell in einigen Freibädern aus.

Freibadsaison: Für die Besucher heißt´s "Ab ins kühle Nass". Den Bäderbetrieben bereitet der Fachkräftemangel Sorgen.

Ist der Freibad-Spaß in Gefahr? Hinter dem landläufig als Bademeister bezeichneten Beruf steckt weit mehr. Die Fachkräfte für Badebetrieb, wie die Berufsbezeichnung richtig heißt, sind aktuell Mangelware - und das führt angesichts der steigenden Temperaturen auch in der Region zu starken Problemen.

"In diesem Jahr schlägt es sich dramatisch nieder", sagt Ursula Stiefken, Leiterin der Bäderbetriebe in Heilbronn. "Wir sind nicht üppig besetzt." Dabei kommt die Käthchenstadt bei der Betrachtung der Situation in den Freibädern der Region noch beinahe gut weg.

Hier sind aktuell zwölf Bademeister im Einsatz. "Aktuell ist der Freibadbetrieb deshalb machbar", erklärt Stiefken. Anders sähe das aus, wenn einer ausfallen würde.

Denn aus Sicherheitsgründen ist "nie einer alleine im Bad - wenn es voll ist, sind es eher drei oder vier Leute." Trotzdem ist nicht geplant, eines der drei Heilbronner Freibäder zu schließen und Personal zu bündeln. "Das machen wir nur im äußersten Notfall."

Gehen Sie gerne ins Freibad?

Noch kritischer ist die Situation beispielsweise in Neckarsulm. Die Öffnungszeiten wurden bereits vor der Saison verkürzt. Auch in Gundelsheim steht der Bäderbetrieb derzeit auf der Kippe.

Hier gelten wegen eines Krankheitsfalls noch bis zum 12. Mai die Schlecht-Wetter-Öffnungszeiten. In Bad Rappenau ist eine ausgeschriebene Stelle noch unbesetzt.

Deutschlandweit werden etwa 2500 Fachkräfte für Badebetrieb gesucht. Und der "rückläufige Trend" setze sich weiter fort. Zudem "bricht etwa ein Drittel aller Anwärter die Ausbildung ab", sagt Stiefken.

Das läge vor allem daran, dass "ein falsches Bild der Ausbildung in Umlauf" sei. Dazu kommen unattraktive Arbeitszeiten am Wochenende und an Feiertagen.

In Heilbronn können die Bäderbetriebe in der Regel zwei Ausbildungsstellen pro Jahr besetzen. "Das ist uns in diesem Jahr glücklicherweise gelungen", sagt Stiefken.

Auch in Lauffen konnte der Mangel von 2015 in diesem Jahr behoben werden. Doch insgesamt überwiegen die Probleme, erklärt Stiefken: "Es wird einfach immer schwieriger."

Mehr zum Thema:

Infos zur Ausbildung: Fachkräfte für Badebetrieb

Infos zur Ausbildung: Bademeister war gestern

Julia Fischer

Julia Fischer

Lifestyle, Essen und Trinken sind ihre Themen. Auch als Szene-Reporterin und bei lokalen Events mittendrin. Kolumne: "Angerichtet".

E-Mail:julia.fischer@echo24.de

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare