Amoklauf in München

Amoklauf: Nichts aus Winnenden gelernt?

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Blumen und Kerzen liegen vor dem Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München, einen Tag nach einer Schießerei mit Toten und Verletzten.

Der 18-jährige Täter fotografierte die Tatorte an der Schule.

Ali S. erschoss beim Amoklauf am Freitagabend in München neun Menschen, ehe er sich selbst richtete. Jetzt kommen immer mehr Details der schrecklichen Tat ans Licht. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll der 18-Jährige die Tatorte in Winnenden besucht und fotografiert haben. Dort hatte 2009 Tim K. ein Blutbad in seiner ehemaligen Schule angerichtet und sich selbst sowie 15 Menschen erschossen.

Robert Heimberger, Präsident des Landeskriminalamtes, bestätigte am Sonntagnachmittag in München, dass die Tat wohl seit geraumer Zeit geplant war. So wurden auf der Kamera von Ali S. Fotos von der Stadt vom vergangenen Jahr gefunden. Weiter befand sich auf dem Rechner ein Manifest, das er zur geplanten Tat geschrieben hatte.

Hardy Schober - dessen Tochter sich unter den Opfern von Winnenden befand -  sagte am Sonntag im SWR: "Wir hatten viele Forderungen gestellt, die sind nicht umgesetzt worden - vielleicht hätte der Amoklauf von München dadurch verhindert werden können."

Beeinflussen Sie die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Tage?

Schober spricht sich nach wie vor für schärfere Waffengesetze aus. Außerdem fordert eine strengere Kontrolle des illegalen Handels im Internet.

Dass sich seit 2009 nicht viel getan hat, erklärt auch Gisela Mayer, die Vorstandsvorsitzende der "Stiftung gegen Gewalt an Schulen/Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden", der "Berliner Zeitung": "Ich habe damit gerechnet, dass es nach Erfurt und Winnenden mal wieder einen Amoklauf geben wird und dass sich der Tatort nicht unbedingt auf eine Schule beschränkt."

Laut Mayer gehe es bei einem Amoklauf "immer um die größtmögliche mediale Aufmerksamkeit". Da seien öffentliche Plätze natürlich auch von Bedeutung.

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echo24.de Redaktion

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