Rentner haben Zeit für Dinge, die im Arbeitsalltag viel zu kurz gekommen sind

Rasten ohne zu rosten

Richard und Irene Nolle aus Heilbronn.Fotos: Hagmann
  • schließen

Wandern, Einsatz im Verein oder regel-mäßige Treffen – Hauptsache aktiv.

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.“ Das sang schon Udo Jürgens. Ganz richtig ist das aber nicht. Denn es würde ja bedeuten, dass vorher nur Mühsal, Qual und Leerlauf war. Andererseits: Wenn die Haare ergraut sind und die Falten sich mehren, bedeutet das noch lange nicht, dass man ab sofort nur noch Trübsal bläst.

„Man ist nur so alt, wie man sich fühlt“, erklärt Günter Neubig. Seit er in Rente ist, quillt der Terminkalender des Heilbronners geradezu über, ebenso wie der seiner Bekannten Ingrid Moseraus Heilbronn. Vereinsabende, Jahrgangstreffen, Ausflüge. Neubig: „Früher war ich beruflich sehr eingespannt, dafür nehme ich mir jetzt umso mehr Zeit für das Schöne im Leben.“

Auf der Messe „Aktiv leben mit 60“ in der Heilbronner Harmonie informieren sich Neubig und Moser am Mittwoch über die vielen regionalen Angebote rund ums Alter. Mehr als 50 Aussteller geben Tipps für einen angenehmen Lebensabend.

Auch beim Ehepaar Nolle steht der Genuss im Vordergrund. „Das Schlimmste ist doch, wenn man sich im Alter verkriecht und jeden Tag mit einem missmutigen Gesicht beginnt“, sagt Irene Nolle und lacht herzlich. Wichtig ist, in jeder Lebensphase Freude zu empfinden. „Jetzt habe ich endlich die Zeit, mich mal hinzusetzen und in Ruhe ein Buch zu lesen, wenn ich es mal etwas stiller haben und mir eine Rast gönnen will“, sagt die Heilbronnerin.

Ansonsten backt sie gerne, besucht zusammen mit ihrem Mann kulturelle Veranstaltungen oder geht wandern. Langeweile kennt sie nicht. Nolle: „Geistige und körperliche Aktivitäten sind doch das A und O, sonst rostet man ein. Und auch wenn man mal einen schlechten Tag hat und es einem gesundheitlich mal nicht so gut geht: Mit Jammern ist noch nie etwas besser geworden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare