Nach Misshandlung einer 14-Jährigen

Gewalt im Kocherwald schockt die Bürger 

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Die 14-Jährige durchlebte ein Martyrium. (Symbolbild)
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Entsetzen, Angst, Sorge und der Wunsch nach Besserung - das denken die Bad Friedrichshaller.

Eine 14-Jährige wird zum Opfer – die Täter sind alle Mädchen und alle nicht viel älter. Der Vorfall im Kocherwald von Bad Friedrichshall hat in ganz Deutschland Entsetzen ausgelöst. Besonders in dem Kurort selbst kann kaum einer fassen, mit welcher Brutalität die Mädchen vorgegangen sind. Es gibt vor allem aber auch den Wunsch nach Lösungsansätzen, wie man solche Übergriffe in Zukunft vermeiden kann.

"Es ist furchtbar, es ist grausam – sowas erwartet man nicht in der eigenen Stadt." Darin sind sich alle Bürger in Bad Friedrichshall einig. Dass die Täterinnen unbemerkt auf das Opfer einprügeln konnten, können viele nicht fassen.

"Wie kann jemand zu so etwas in der Lage sein? Und dann auch noch junge Mädchen. Ich verstehe nicht, wie das passieren konnte", sagt Anja M. Sie kann nicht glauben, dass niemand den Vorfall bemerkt haben soll. "Ich fürchte, dass sich keiner getraut hat, einzugreifen."

Auch Julia R. und Giannina M. haben viel über das Thema gesprochen. "Wir können das kaum glauben, wozu Jugendliche in der Lage sind. In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich viel verändert. Die Gewalt unter Jugendlichen nimmt zu."

Dietmar K. sieht das ähnlich: "Es ist ja leider kein Einzelfall, dass Kinder Kindern Gewalt antun. Trotzdem ist dieser Fall erschreckend. In diesem Folter-Ausmaß, vor allem auch bei Mädchen, hört man das dann doch sehr selten."

"Manchmal fragt man sich wirklich, ob man sein Kind später noch nach draußen lassen kann", sagt ein junger Vater und bringt damit die Sorge vieler auf den Punkt.

Deshalb fordert Julia R. den Staat auf, solche Gewaltexzesse zum Anlass zu nehmen, um mehr für Jugendliche zu tun: "Die brauchen Alternativen, Sport zum Beispiel oder verpflichtendes, kostenloses Anti-Aggressions-Training."

Man würde sich manchmal erschrecken, welchen Umgangston Jugendliche miteinander haben. Die Hemmschwelle zum Zuschlagen sei so vielleicht nicht mehr so groß. "Was da für Wörter benutzt werden, will ich gar nicht sagen. Da fühle auch ich mich als Erwachsene unwohl."

Deshalb sei Prävention das Stichwort. Das sieht auch eine Schülerin so: "Ich glaube, dass das schon im Kleinen anfängt. Viele haben keinen Respekt vor anderen."

Doch ihr ist vor allem eins wichtig: "Ich wünsche dem Mädchen gute Besserung und dass es sich wieder traut, auf die Straße zu gehen. Es sind zum Glück genügend Jugendliche da, die Streit anders lösen können."

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