Vom Veteran zum Filmstar

Vom Veteran zum Filmstar: Leuchttürme an Maines Küste

Der älteste Leuchtturm-Standort an der Küste Maines: Portland Head Light weist seit 1791 Schiffen den Weg in den Hafen von Portland. Foto: Christian Röwekamp
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Der älteste Leuchtturm-Standort an der Küste Maines: Portland Head Light weist seit 1791 Schiffen den Weg in den Hafen von Portland. Foto: Christian Röwekamp
Viel Betrieb am Atlantik: Vom Fort Williams Park aus, der südlich von Portland liegt, lassen sich Frachter und Ausflugsschiffe gut beobachten. Foto: Christian Röwekamp
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Viel Betrieb am Atlantik: Vom Fort Williams Park aus, der südlich von Portland liegt, lassen sich Frachter und Ausflugsschiffe gut beobachten. Foto: Christian Röwekamp
Eines der Two Lights in Cape Elizabeth: In der Nähe dieses Leuchtturms starten Taucher gerne Unterwasserausflüge in eine kleine Bucht. Foto: Christian Röwekamp
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Eines der Two Lights in Cape Elizabeth: In der Nähe dieses Leuchtturms starten Taucher gerne Unterwasserausflüge in eine kleine Bucht. Foto: Christian Röwekamp
Schroffe Felsen, vom Atlantik geformt: Die kleine Landzunge nahe des Two Lights State Park ist typisch für das Küstenbild in Maine. Foto: Christian Röwekamp
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Schroffe Felsen, vom Atlantik geformt: Die kleine Landzunge nahe des Two Lights State Park ist typisch für das Küstenbild in Maine. Foto: Christian Röwekamp
Besuchermagnet: Etwa 30 000 Touristen pro Jahr schauen sich den Leuchtturm in Pemaquid Point an. Foto: Christian Röwekamp
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Besuchermagnet: Etwa 30 000 Touristen pro Jahr schauen sich den Leuchtturm in Pemaquid Point an. Foto: Christian Röwekamp
Wendepunkt für Tom Hanks als Forrest Gump: Der Leuchtturm von Marshall Point wurde durch den Spielfilm von 1994 weithin bekannt. Foto: Christian Röwekamp
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Wendepunkt für Tom Hanks als Forrest Gump: Der Leuchtturm von Marshall Point wurde durch den Spielfilm von 1994 weithin bekannt. Foto: Christian Röwekamp
Nur sieben Meter hoch und weit weg von den üblichen Touristenpfaden: Marshall Point ist einer von noch 68 Leuchttürmen in Maine. Foto: Christian Röwekamp
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Nur sieben Meter hoch und weit weg von den üblichen Touristenpfaden: Marshall Point ist einer von noch 68 Leuchttürmen in Maine. Foto: Christian Röwekamp
Prägnantes Landschaftsbild: Der Leuchtturm von Pemaquid Point und seine Umgebung sind auch auf dem Vierteldollarstück zu sehen, das dem US-Bundesstaat Maine gewidmet ist. Foto: Christian Röwekamp
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Prägnantes Landschaftsbild: Der Leuchtturm von Pemaquid Point und seine Umgebung sind auch auf dem Vierteldollarstück zu sehen, das dem US-Bundesstaat Maine gewidmet ist. Foto: Christian Röwekamp
Weiter Blick auf den Ozean: Der Leuchtturm von Owls Head liegt inmitten eines kleinen State Parks. Foto: Christian Röwekamp
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Weiter Blick auf den Ozean: Der Leuchtturm von Owls Head liegt inmitten eines kleinen State Parks. Foto: Christian Röwekamp

Einer hat es in die Geldbörsen vieler US-Amerikaner geschafft, ein anderer in den Blockbuster "Forrest Gump": Zu vielen Leuchttürmen in Maine gibt es besondere Geschichten zu erzählen. Und die Tour von Turm zu Turm bietet Reisenden eine schöne Route am Atlantik entlang.

Rockland (dpa/tmn) – Das Erste, was manche Segler und Seeleute von den USA sehen, ist ein Leuchtturmsignal aus Maine. Der größte der sechs Neuengland-Staaten liegt am weitesten im Osten am Atlantik. Die 68 Leuchttürme an Maines fast 400 Kilometer langer Ozeanküste locken auch Touristen an.

PORTLAND HEAD LIGHT: Der Veteran

Der 24 Meter hohe Turm, der die Einfahrt zu Portlands Hafen bewacht, ist von Maines größter Stadt aus schnell erreichbar. Und er ist Maines Leuchtturm-Veteran schlechthin: Seit dem 10. Januar 1791 und damit länger als an jedem anderen Ort im Bundesstaat leitet hier ein Leuchtfeuer die Schiffe. Einen Turmwärter gibt es in Portland seit 1989, als Maines letzte Leuchttürme auf Automatikbetrieb umgestellt wurden, nicht mehr. In den alten Wohngebäuden ist ein Museum untergebracht. Gut fotografieren lässt sich Portland Head Light vom Fort Williams Park aus, einem früheren Militärgelände nebenan.

TWO LIGHTS: Der Unerreichbare

Erstmal falsch abbiegen: Das passiert vielen Besuchern der Two Lights bei Cape Elizabeth, etwas südlich von Portland. "Man kann den Turm vom Park aus nicht sehen", sagt die freundliche Rangerin am Tor zum Two Lights State Park, einem Naturschutzgebiet voller Wanderwege und Picknickplätze. "Sie müssen noch etwas weiter die Straße herunter."

Also geht es vorbei an blühenden Lupinen am Wegesrand und üppigen Rhododendren in den Vorgärten zum Meer, wo eine kleine Landzunge eine flache Bucht vom Atlantik abschirmt. Der 1879 errichtete, knapp 17 Meter hohe Leuchtturm gibt ein schönes Fotomotiv ab. 1929 verewigte Edward Hopper den Turm in einem Gemälde, das heute dem Metropolitan Museum of Art in New York gehört. Das Gebäude liegt abgezäunt auf privatem Grund, wie ein zweiter Turm ganz in der Nähe, der dem Ensemble der Two Lights einst den Namen gab.

PEMAQUID POINT: Das Vierteldollarstück

Von 1999 bis 2008 gab die Münzanstalt der USA jedes Jahr fünf Vierteldollarstücke heraus, auf deren Rückseite besondere Orte in den 50 Bundesstaaten abgebildet sind. 2003 war Maine an der Reihe - und bekam auf seinen State Quarter den Leuchtturm am Pemaquid Point geprägt. Gut 90 Minuten dauert die Autofahrt von Portland aus zu dem kleinen Turm, dessen größte Attraktion ihm unmittelbar zu Füßen liegt: schroffe Felsen, die in langen Linien zum Wasser hin abfallen, bizarr geformt von den Gezeiten und durchsetzt mit vielen kleinen Pools voller Meerwasser. Auch hier können sich Hobbyfotografen so richtig austoben. Gut 30 000 Besucher pro Jahr kommen, um im Inneren des 1835 gebauten Turms die 30 Stufen zur Lampe hinaufzusteigen.

MARSHALL POINT: Der Filmstar

Im Film "Forrest Gump" joggt Tom Hanks lange Zeit durch die USA – von Küste zu Küste. Am Atlantik wendet er an einem nur gut sieben Meter hohen Leuchtturm am Ende eines 30 Meter langen Holzstegs: Marshall Point. Er markiert den Osteingang zum kleinen Hafen Port Clyde. Der 1858 gebaute Turm liegt etwas ab vom Schuss gut 30 Fahrtminuten südlich von Rockland. Stille liegt über dem Steg - und fast niemand schaut zu, wenn man sich dort einmal wie Forrest Gump fühlen möchte.

OWLS HEAD: Der Versteckte

Das Ziel der Leuchtturmreise ist nun nahe: die Kleinstadt Rockland. An der Hafenfront öffnet sich eine breite Bucht, an ihrem Südostende lugt im Owls Head State Park ein kleiner Leuchtturm so gerade noch aus den Baumwipfeln hervor. Auf dem Weg zum Turm passieren Autofahrer Anlegestellen für Boote, die für den Hummerfang gebraucht werden – einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region. In den Tante-Emma-Läden der Orte ringsum kostet fangfrischer Hummer nur 7,50 Dollar (6,80 Euro) pro Pfund. Weit schweift der Blick hinaus auf den Atlantik, und auch hier liegt Stille über Turm und Ozean.

ROCKLAND BREAKWATER: Der Gefährliche

In der Bucht vor Rockland liegt der vielleicht außergewöhnlichste Leuchtturm an Maines Küste: Gut 1,3 Kilometer lang ist der Damm, den Armee-Pioniere von 1881 bis 1899 hier ins Wasser gesetzt haben, um die Stadt vor den Folgen schwerer Winterstürme zu schützen. Ganz am Ende des künstlichen Wellenbrechers markiert seit 1902 das Rockland Breakwater Lighthouse die Einfahrt in einen sicheren Hafen. Der Weg zum Turm ist nicht ohne Risiken: Man braucht gute Schuhe und muss aufpassen, nicht in die tiefen Lücken zwischen den Granitblöcken zu treten. Bei Regen wird deren Oberfläche rutschig - und es sind schon Ausflügler auf dem Damm vom Blitz erschlagen worden.

Wer mehr über Maines Leuchttürme erfahren will, kann in Rockland im Gebäude der örtlichen Handelskammer ein kleines Museum besuchen. Als die Automatisierung der Türme voranschritt, rettete Kenneth N. Black, ein Mitarbeiter der US-Küstenwacht, Teile des Inventars und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich. Von Black stammt der Satz: "Leuchttürme sind wie Menschen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Größen, Gestalten und Farben." Der Mann hatte absolut recht.

Offizielle Seite Maine Office of Tourism

Leuchtturm Portland Head Light

Two Lights State Park

Pemaquid Point Association

Leuchtturm Marshall Point

Owls Head State Park

Friends of Rockland Harbor Lights

Leuchtturmmuseum in Rockland

Tag des Offenen Leuchtturms 2016 in Maine

Informationen zum US State Quarter-Programm

Tourismus-Informationen zu Neuengland

Anreise: Lufthansa fliegt von Frankfurt/Main und München aus nonstop nach Boston in Massachusetts, Air Berlin von Düsseldorf aus. Von dort per Mietwagen in gut zwei Stunden nach Portland (etwa 180 Kilometer). Die Weiterfahrt nach Rockland dauert auf dem US-Highway 1 ohne Abstecher zur Küste weitere zwei Stunden (etwa 125 Kilometer). Flüge von Deutschland nach Portland mit Umsteigen etwa in New York, Detroit und Philadelphia bieten unter anderem United, Delta und US Airways.

Einreise: Deutsche Urlauber brauchen kein Visum, müssen sich aber unter https://esta.cbp.dhs.gov eine elektronische Einreiseerlaubnis besorgen (Esta). Sie kostet 14 US-Dollar und gilt zwei Jahre lang.

Klima und Reisezeit: Neuenglands Wetter wechselt rasch. Ins Gepäck gehören auch im Sommer warme Kleidung ebenso wie Shorts und T-Shirts.

Geld: Für einen Euro gibt es etwa 1,10 US-Dollar (Stand: August 2016). Das Bezahlen mit Kreditkarten wird fast überall akzeptiert.

Informationen: Discover New England, c/o Get It Across Marketing, Neumarkt 33, 50667 Köln, Tel.: +49 221 47671211, E-Mail: discovernewengland@getitacross.de.

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