Reise nach Thy

Cold Hawaii: Wie eine dänische Region Surferparadies wurde

Surfer-Urgesteine aus Norwegen: Morten (l) und Geir kommen seit vielen Jahren nach Klitmøller. Foto: Inga Kjer
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Surfer-Urgesteine aus Norwegen: Morten (l) und Geir kommen seit vielen Jahren nach Klitmøller. Foto: Inga Kjer
Aufwärmen zum Wellenreiten: Am Strand von Klitmøller bereiten sich die Surfer für den Tag auf dem Meer vor. Foto: Inga Kjer
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Aufwärmen zum Wellenreiten: Am Strand von Klitmøller bereiten sich die Surfer für den Tag auf dem Meer vor. Foto: Inga Kjer
31 registrierte Surfspots gibt es rund um Klitmøller. Foto: Visit Denmark
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31 registrierte Surfspots gibt es rund um Klitmøller. Foto: Visit Denmark
Die beste Zeit zum Surfen in Klitmøller ist ab September - dann sind die Wellen besonders hoch. Foto: Visit Denmark/Mark Wengler
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Die beste Zeit zum Surfen in Klitmøller ist ab September - dann sind die Wellen besonders hoch. Foto: Visit Denmark/Mark Wengler
In mehreren Surfschulen werden die Urlauber in die Feinheiten des Surfens eingewiesen. Foto: Inga Kjer
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In mehreren Surfschulen werden die Urlauber in die Feinheiten des Surfens eingewiesen. Foto: Inga Kjer
Rasmus Fejerskav ist Besitzer der Surfschule Westwind. Foto: Inga Kjer
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Rasmus Fejerskav ist Besitzer der Surfschule Westwind. Foto: Inga Kjer
Surfers&#39 Home: Am Strand von Klitmøller stehen die Wohnmobile der Surfer. Foto: Inga Kjer
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Surfers' Home: Am Strand von Klitmøller stehen die Wohnmobile der Surfer. Foto: Inga Kjer
Wellenvorhersage: Eine Tafel informiert vor einem Geschäft in Klitmøller über die Bedingungen zum Surfen. Foto: Inga Kjer
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Wellenvorhersage: Eine Tafel informiert vor einem Geschäft in Klitmøller über die Bedingungen zum Surfen. Foto: Inga Kjer
So ruhig ist die Nordsee in Klitmøller selten. Meist herrschen beste Bedingungen für die Wellenreiter. Foto: Visit Denmark/Mette Johnsen
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So ruhig ist die Nordsee in Klitmøller selten. Meist herrschen beste Bedingungen für die Wellenreiter. Foto: Visit Denmark/Mette Johnsen

Wer in die Region Thy fährt, kann eine recht junge Seite Dänemarks entdecken: Im Nordwesten Jütlands hat sich ein Hotspot für Surfer etabliert. Saison ist das ganze Jahr, doch Profis gehen jetzt im Herbst und Winter auf die Nordsee - wenn die Wellen am höchsten sind.

Klitmøller (dpa/tmn) - Minibusse parken auf dem Parkplatz direkt am Strand, Surfer tragen emsig Boards hin und her, Neoprenanzüge hängen zum Trocknen. Manche ruhen sich an ihren Bussen aus, andere skaten oder sind auf der Slackline zugange.

Das Bild erinnert an Surfzentren, wie sie im Südwesten Frankreichs vorzufinden sind. Doch das Spektakel spielt sich viel weiter nördlich ab: in Klitmøller, einem kleinen verschlafenen Fischerdorf im Norden Dänemarks. "Cold Hawaii" wird die Region auch genannt. Hier gibt es 31 registrierte Surfspots - und die Nordsee hält eine Kombination aus Wellen und Wind bereit, die jeden Surfer begeistert.

Die beste Zeit zum Surfen ist zugleich die kälteste: "Von September bis Ostern gibt es drei bis vier Meter hohe Wellen", erzählt Rasmus. Er betreibt eine der zwei Surfschulen im Dorf, das sich mit rund 800 Einwohnern, einem Supermarkt und zwei Surfshops familiär und freundlich präsentiert.

Auch Geir und Morten aus Norwegen kommen seit vielen Jahren mit ihrem Bus zum Urlaub in das kleine Dorf. "Die Wellen sind konstant, und es ist schön ruhig hier", erzählt Geir. Die beiden Männer sehen aus wie die typischen Norweger: bärtige Typen, kräftig, freundliche Augen. Beide sind Ende 40, reden wenig, sind eigenbrötlerisch. Sie campen wild, gehen aber gerne in die einzige Pizzeria des Ortes, manchmal picknicken sie am Strand bei den alten Bunkern.

Mitte der 1980er Jahre kamen die ersten Windsurfer in die Region. Sie erfanden den Namen "Cold Hawaii", denn die Bedingungen erinnerten sie an die Pazifikinseln. "Den richtigen Boom gab es allerdings erst in den 90ern", sagt Ole Christensen, Tourismuschef von Visit Thy. Die Fischer waren damals wenig begeistert: "Die Surfer haben einfach alles vollgeparkt, geschlafen wo sie wollten. Und außerdem war es für die Fischer neu, dass das Meer plötzlich Spaß bedeuten sollte."

Die Spannungen mildern konnte der Surfclub NASA (North Atlantic Surf Association). Er vermittelte erfolgreich zwischen den Parteien. Seit 2010 ist Klitmøller nun Gastgeber des "Cold Hawaii PWA (Professional Windsurfers Association) World Cup". Dort trifft sich die Weltelite, um sich in der Disziplin "Wave-performance" zu messen.

"Während dieser Weltmeisterschaften findet auch immer eine große Party statt, und die Fischer stellen dafür ihre Fischerhütten am Strand zur Verfügung", sagt Ole Christensen. "Infrastrukturell soll es in Klitmøller so bleiben, wie es ist." Es zögen jedoch immer mehr junge Leute ins Dorf, um zu surfen. "Das macht den Ort natürlich moderner." Manchmal hängen an den Läden heute Schilder mit der Aufschrift: "Closed because of Waves" ("Wegen Wellen geschlossen").

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