Filmkritik

"Die Unfassbaren 2": Ein unfassbar tölpelhafter Film

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Morgan Freeman als Thaddeus Bradley.

München - „Die Unfassbaren 2“ können trotz vieler Stars nicht verzaubern. Alle paar Minuten wartet auf den Zuschauer eine völlig beliebige Plotwendung, ein unüberraschender Effekt und immer die gleiche Story.

Das Tolle an Bühnenmagiern ist ja, dass sie in Wirklichkeit nicht zaubern können. Wir wissen, dass auch sie unseren Gesetzen von Physik und Wahrnehmung unterliegen. Und sind deshalb verblüfft, wenn ihre Illusionen das Gegenteil vortäuschen. „Die Unfassbaren“ hat das nie ganz begriffen. Doch der erste Film war immerhin eine erholsame, originelle B-Picture-Insel in der Franchise-Blockbuster-Flut. Prompt selbst zur Serien-Marke geworden, begeht die Fortsetzung eine Zauberzirkel-Kardinalsünde: Nie soll man denselben Trick zweimal hintereinander vorführen. Und dazu sitzt Film zwei dem Irrtum auf, ein Zuwachs an Apparaten, Brimborium sei beeindruckender als ehrliches Taschenspielerhandwerk.

Wieder wird also das Magier-Quartett der „Four Horsemen“ von einem zwielichtigen, reichen Auftraggeber auf diebischen Beutezug um die Welt genötigt. Diesmal mit längerem Aufenthalt in Macau – dank des Kassenerfolgs des ersten Films in China. Und wieder stapelt sich Verrat auf Doppel-Verrat auf Schein-Triple-Verrat. Ed Solomons Drehbuch verwechselt noch deutlicher eine völlig beliebige Komplexität mit Raffinement. Nie besticht ein Trick durch die Eleganz seiner Einfachheit. Wenn Plotwendungen als Meterware aus dem Hut gezaubert werden, dann gibt es eben keine Regeln mehr. Die Antwort auf „Wie haben sie das nur gemacht?“ ist sowieso: Computergrafik. Bei diesem „Alles ist möglich!“ bleibt nur die Überraschung der reinen Willkür.

Die ermüdet trotz der sensationellen Besetzung, lange bevor dem Filmende nach über zwei Stunden. Auch weil Regisseur Jon M. Chu („Step Up 3D“, „Justin Bieber’s Believe“) sein Rhythmusgefühl verlässt. Immerhin eine Verwandlung ist gelungen. Statt Isla Fisher übernimmt Lizzy Caplan (Serien-Fans bekannt als Virginia Johnson in „Masters of Sex“) den, ja, recht vereinzelten weiblichen Part: dunkler, verspielter, doppelbödiger – völlig bezaubernd!

„Die Unfassbaren 2“

mit Mark Ruffalo, Woody

Harrelson, Daniel Radcliffe,

Michael Caine

Regie: Jon M. Chu

Laufzeit: 125 Minuten

Annehmbar

Wenn Sie sehen wollen, wie es die Meister machen: „Ocean’s Eleven“ einerseits, „The Prestige“ andererseits.

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