Keine einfach Kost

"Julieta": Verschachteltes Drama mit magischen Momenten

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Was geht in ihrem Kopf vor? Adriana Ugarte als Julieta.

München - Pedro Almodóvars „Julieta“ ist ein psychoanalytisches Detektivspiel. Der extrem verschachtelte Film lohnt sicher auch ein zweites Mal gesehen zu werden.

Jetzt sind also wieder die Frauen dran! Nachdem sich Pedro Almodóvar mit „Die Haut, in der ich wohne“ und „Fliegende Liebende“ in den vergangenen Jahren auch anderen Sujets zuwandte, ist er mit „Julieta“ zurück bei seinen Lieblingsthemen gelandet, den willensstarken Frauen und den Tücken der Mutter-Kind-Beziehung.

Als ihr Leben gerade wieder einen Sinn hat und die knapp 50-Jährige nach einem schweren Schicksalsschlag allmählich Boden unter den Füßen spürt, bringt ein zufälliges Treffen alles durcheinander. Julieta hat zuhause schon die Kisten gepackt und will mit ihrem Freund von Madrid nach Portugal ziehen. Da trifft sie auf der Straße eine Freundin ihrer erwachsenen Tochter Antia, mit der Julieta seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Diese Begegnung bringt die Frau völlig aus dem Gleichgewicht. Sie bricht alle Brücken ab und flüchtet geradezu in eine Depression.

„Fast jeder meiner Filme gewinnt durch mehrmaliges Sehen. ,Julieta‘ lässt sich sicher noch mehr genießen, wenn man den Film bereits gesehen hat und die Geschichte kennt“, erklärt Almodóvar. Da mag er Recht haben. Denn das artifiziell extrem verschachtelte Drama bietet viele wunderschön komponierte Momente, in denen einfach alles stimmt. Die bunten Erzählfragmente fügen sich zu einem surrealen Traum über geisterhaft erscheinende Väter und magische Augenblicke zusammen. Dazwischen setzt Almodóvar Szenen, die sich dem Zuschauer in ihrer Komplexität kaum erschließen wollen. Zusätzlich wird das Verständnis erschwert, da die junge und die ältere Julieta von zwei verschiedenen Darstellerinnen gespielt werden. Was dann wiederum sinnvoll ist, wenn der markante Bruch im Leben der Titelheldin erst einmal hervortritt.

„Julieta“ ist keinesfalls einfache Kinokost, aber wer Freude an anspruchsvollen psychoanalytischen Detektivspielen hat, wird bestens unterhalten werden.

„Julieta“

mit Emma Suárez, Adriana Ugarte Regie: Pedro Almodóvar Laufzeit: 100 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Alles über meine Mutter“ mochten.

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