Wie zu Hölle ist er in Florenz gelandet?

"Inferno": Tom Hanks muss die Welt vor einem Virus schützen

Die dritte Dan-Brown-Verfilmung ist spannend vor allem für diejenigen, die die ersten beiden Teile nicht kennen, geschweige denn die Bücher - für alle anderen ist es eher altbekanntes. 

Es ist so eine Sache mit Ideen, die gut funktionieren. Selbst die beste Idee nutzt sich mit der Zeit einfach ab. So ähnlich verhält es sich mit der Romanfigur Robert Langdon. Dem Autor Dan Brown gelang ein Coup, als er den Professor für Symbologie mit einem Hang zu mysteriösen und mörderischen Entwicklungen schuf. Dieser Langdon hat einfach alles: Schläue, Charme, eine Micky-Maus-Uhr und vor allem ein Spezialgebiet, das ihn ziemlich einzigartig macht in der von Kommissaren überbevölkerten Krimiwelt. Die weltweite Auflage von Brown liegt bei 200 Millionen. Allein mit dem jüngsten Band "Inferno" hat der Verlag Bastei Lübbe nach eigenen Angaben bisher mehr als 15 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Wie zu Hölle ist er in Florenz gelandet?

Spätestens beim dritten Abenteuer aber ist es mit der Einzigartigkeit nicht mehr allzu weit her – das gilt im Buch wie im Film. Mit "Inferno" kommt jetzt eben jene dritte Verfilmung ins Kino. Tom Hanks ist natürlich wieder Robert Langdon. Der Oscar-Preisträger muss sich dieses Mal mit einer tödlichen Seuche auseinandersetzen. Ein Milliardär will das Virus freisetzen, um das Überbevölkerungs-Problem der Erde ein für alle Mal zu lösen. Langdons Problem dabei: Er hat sein Gedächtnis verloren, wacht mit einer Schusswunde am Kopf auf und muss erst einmal herausfinden, was er bereits herausgefunden hat, wer ihn angeschossen hat – und wie zur Hölle er überhaupt in Florenz gelandet ist. Kulturstädte spielen bei Brown eine große Rolle, sie machen auch die unverkennbare Ästhetik der Filme aus, deren Schlüsselszenen vorzugsweise in Kathedralen oder Museen spielen. In "Inferno" sind es die Uffizien und der Markusdom.

Und weil ein Dan-Brown-Film ohne hübschen und Langdon im IQ überragenden weiblichen Gegenpart kein Dan-Brown-Film wäre, steht dem Professor die schöne, schlaue Ärztin Sienna Brooks (Felicity Jones) zur Seite.

Ein schlechter Film ist "Inferno" von Regisseur Ron Howard nicht – kann er ja auch nicht sein, wenn Hanks die Hauptrolle spielt. Spannend ist er durchaus, allerdings wohl eher für diejenigen, die die ersten beiden Filme noch nicht gesehen haben; von den Büchern ganz zu schweigen.

"Inferno"

mit Tom Hanks

Regie: Ron Howard

Laufzeit: 122 Minuten

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Britta Schultejans

Rubriklistenbild: © dpa/Sony Pictures

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