Neues Album

Süße Überraschung für Fans: Beyoncé veröffentlicht „Lemonade“

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US-Sängerin Beyonce hat ihre Millionen Fans überrascht.

Los Angeles - R&B-Sängerin Beyoncé hat ihren Fans völlig ohne vorherige Ankündigung das Wochenende mit einem neuen Album versüßt. Darauf sind einige andere Megastars zu hören. Einige sind trotzdem sauer.

Darauf haben ihre Fans lange gewartet: Beyoncé (34) hat wenige Tage vor dem Start ihrer Welttournee ihr neues Album veröffentlicht. Die US-Musikerin stellte „Lemonade“ in der Nacht zu Sonntag exklusiv auf der Musik-Onlineplattform „Tidal“ ihres Ehemannes Jay-Z (46) zur Verfügung. Zuvor war auf dem US-Sender HBO ein einstündiges Special mit visuellen Eindrücken der Platte zu sehen.

Das sechste Studioalbum des R&B-Stars enthält zwölf neue Songs, darunter Kollaborationen mit The Weeknd und James Blake. Am Song "Don't Hurt Yourself" schrieben Mitglieder der Band Led Zeppelin mit. Bei der Hymnen-ähnlichen Aufnahme "Freedom" mischte Rapper Kendrick Lamar mit. "Don't Hurt Yourself" singt Beyoncé an der Seite von Rocker Jack White.

In den Songs vermischt Beyoncé Privates mit Politischem

In vielen der Songs geht es um Untreue - was besorgte Fans der 34-Jährigen veranlasste, Spekulationen über den Zustand der Ehe mit Rap-Mogul Jay-Z anzustellen. So singt Beyoncé in "Don't Hurt Yourself" etwa von der "final warning" (letzten Warnung), denn andernfalls "you're gonna lose your wife" (wirst du deine Frau verlieren). Doch am Ende des HBO-Specials schwenkt Beyoncé in ein "Forgiveness" (Vergebung) betiteltes Kapitel um: Zu sehen ist sie unter anderem, wie sie den offensichtlich verdrießten Jay-Z umarmt.

Ein weiterer roter Faden, der sich durch den immer wieder von gesprochene Texten und Zitaten durchwirkten Film zieht, ist das Thema afroamerikanische Frauen, die in einem Zitat des schwarzen Bürgerrechtlers Malcolm X als die "am wenigsten geachteten" Menschen in den USA beschrieben werden. In einem der stärksten Momente schwenkt die Kamera ohne jeden weiteren Kommentar über die Mütter von drei jungen schwarzen Polizeiopfern - Michael Brown, Eric Garner und Trayvon Martin - deren Tod in den USA landesweite Empörung und gewaltsame Proteste ausgelöst hatte.

Auch der Titel des Albums wird in einem Zitat verankert: Beyoncés Großmutter kommt kurz in dem Film zu Wort und formuliert eine Lebenserkenntnis: "Mir wurden Zitronen serviert, aber ich habe Limonade daraus gemacht."

Wer nicht bei "Tidal" ist, muss warten

Fans ärgerten sich in sozialen Netzwerken, dass „Lemonade“ zunächst nur auf „Tidal“ zu hören ist und nicht auf anderen Musikdiensten. Das monatliche Abo für den Streamingdienst, an dem auch Beyoncé selbst beteiligt ist, kostet knapp zehn Euro. Zuletzt veröffentlichten auch Kanye West und Rihanna ihre Alben zunächst exklusiv bei „Tidal“, das in der Szene eher als Flop gilt.

Beyoncé zeigte sich bei der Veröffentlichung ihrer neuen Platte wieder einmal als Meisterin des Marketings. Direkt am Ende des nicht groß angekündigten TV-Specials, in dem sie auch Einblicke in ihr Privatleben und ein Limonaden-Rezept präsentierte, konnten Fans ihre neuen Songs online hören. Ihre erste Single „Formation“ brachte die Musikerin im Februar auf den Markt, nur einen Tag vor ihrem Auftritt beim „Super Bowl“.

Die mehrfache Grammy-Gewinnerin beginnt am Mittwoch in Miami ihre Welttournee „Formation“, die sie im Juli auch für zwei Konzerte nach Deutschland bringt. Deshalb hatten Fans schon vor Wochen mit der Veröffentlichung des neuen Albums gerechnet.

dpa

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