Medizin à la carte

Seelentröster: Schokolade als Balsam für die Seele

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Jetzt kann er wieder lachen! Unser Bild zeigt einen kleinen Buben mit schokoverschmierten Händen. Zu viel Schokolade ist freilich ungesund. Aber: Hin und wieder zu „sündigen“ ist erlaubt – sagt sogar die Wissenschaft: Schokolade erzeugt bei uns nachweislich eine gute Stimmung.

Wer kennt das nicht: Wenn wir schlecht drauf sind, brauchen wir erst mal ein Stück Schokolade, um unsere Stimmung wieder zu heben. Irgendwann arbeitet sich aber das schlechte Gewissen nach oben. Stimmt es wirklich, dass Schokolade glücklich macht?

Schokolade soll ja angeblich stimulierend, entspannend, euphorisierend, aphrodisierend und vor allem anti-depressiv wirken. Quasi ein emotionaler Alleskönner. Aber mit Gedanken an die Kalorien – vielleicht sollte man als Nachtisch doch lieber einen gesunden Apfel zu sich nehmen?

Zum Glück hat auch auf solche Alltagsfragen die Wissenschaft eine Antwort: In einer Studie an normalgewichtigen Frauen konnte gezeigt werden, dass sowohl der Apfel, als auch die Schokolade das Hungergefühl im Vergleich zu „nichts essen“ stillte. Das ist schon mal sehr beruhigend. Doch wie sieht es nun auf der emotionalen Ebene aus?

Nach dem Verzehr von Apfel und von Schokolade steigen die Stimmung und die Aktivität – wobei dieser Effekt nach dem Konsum von Schokolade ausgeprägter war. Zudem führte das Schokolade-Essen zu mehr empfundener Freude. Bei einigen Versuchsteilnehmerinnen allerdings auch zu mehr Schuldgefühlen. Also doch lieber der Apfel?

In einer weiteren Untersuchung konnte gezeigt werden, dass es schon allein die Vorfreude auf die Schokolade ist, die zu Freude und einem Genuss-Erleben führt. Das kann man nachempfinden, wenn man sich das Rezept von unserem warmen Schokoküchlein durchliest (siehe Rezept). Allein die Vorstellung, wenn sich diese warme, cremige Masse hinter dem Gaumen langsam ihren Weg in die Tiefe der Speiseröhre bahnt, führt zu einer unwillkürlichen Aktivierung der Speicheldrüsen – und lässt einem förmlich das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Wie ist jetzt aber der Schokoladeneffekt, wenn die Stimmung bereits im Keller ist? Dies wurde in einem anderen Experiment mit verschiedenen Filmszenen untersucht. Bei Filmen, die eine negative Stimmung erzeugten, hob das Essen von Schokolade die Stimmung wieder an – selbst wenn dieses emotionale Erlebnis nur drei Minuten lang anhielt. Insgesamt mehren sich jedenfalls die Hinweise, dass Schokoladenkonsum die Stimmung hebt.

In einer anderen Studie zeigte sich ein gegenläufiger Zusammenhang zwischen Stimmung und Schokolade: Der Schokoladenkonsum war vor allem bei Menschen deutlich erhöht, deren Stimmung eher schlechter war – gemeint sind hier jene Menschen, die höhere Werte auf einer Depressionsskala erreichten.

Obwohl die vielen Kalorien den meisten ein schlechtes Gewissen machen, gibt es in Sachen Schokolade noch weitere positive Nachrichten: Durch die Inhaltsstoffe der Schokolade konnte bei Tieren eine verbesserte Gedächtnisfunktion und Anpassung von Aktivitäten von Nervenzellverbänden beobachtet werden. Dass sich die Nervenzellen bei solch einem Geschmackserlebnis besonders gut verschalten, kann man sich ja vorstellen.

Ob die Wirkung der verbesserten Gedächtnisfunktion auch beim Menschen zutrifft ist jedoch noch nicht geklärt, wie so häufig bedarf es dabei weiterer Untersuchungen. Eine entsprechend große Anzahl von Versuchsteilnehmern zu finden, sollte dabei nicht allzu schwierig sein.

Hitzebeständige Schokolade

Eine kleine Kooperative von Kakaobauern in Togo hat hitzebeständige Schokolade entwickelt – und hofft nun auf ein gutes Geschäft vor allem in der tropisch heißen Heimat. „Seit mehr als 120 Jahren bauen wir hier Kakao an, aber wir exportieren die Bohnen nur. Nicht mal Kakaobauern wissen, wie Schokolade schmeckt“, sagt Komi Agbokou, der die neue Sorte „Choco Togo“ verkauft. „Die Schokolade schmilzt nicht, und zwar bis 35 Grad Celsius“, pries Agbokou „Choco Togo“ an. Die Tafeln enthalten 60 bis 100 Prozent Kakao – und sind perfekt für Leute, die keinen Kühlschrank zuhause haben oder die Süßigkeit am Marktstand verkaufen. Rund 1500 Kleinbauern ernten die ökologisch angebauten Kakaobohnen für „Choco Togo“, rund 40 Frauen verarbeiten sie in der Hauptstadt Lomé zu Schokolade. Im vergangenen Jahr stellten sie eine Tonne davon her, in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es schon zwei Tonnen. Die Tafeln gibt es in den Geschmacksrichtungen pur, Ingwer, Erdnuss oder Kokosnuss. Auch im Ausland kommt die Schokolade offenbar gut an. Produktionschefin Nathalie Kpante hat die Tafeln schon auf Messen in Mailand und in Brüssel angeboten. „Nach Brüssel sind wir mit 60 Kilogramm gefahren. Wir haben alles am ersten Tag verkauft“, sagte sie kürzlich in einem Interview.

Unser Rezept: Lauwarmer Schokokuchen mit Himbeercreme

Lauwarmer Schokokuchen mit Himbeercreme (für 4 Personen) 

Für die Schokolade „lauwarm“:

Zutaten:

  • 3 Eier
  • 250 g dunkle Schokolade
  • 60 g Butter
  • 15 g Puderzucker
  • 50 g Zucker
  • 50 g Mehl

Zubereitung: 

  1. Die Schokolade zerkleinern und in einer Schüssel über dem Wasserbad schmelzen.
  2. Die Eier trennen und die Eigelbe kalt stellen. Das Eiweiß zusammen mit dem Zucker zu Eischnee schlagen und ebenso kalt stellen.
  3. Die weiche Butter zusammen mit dem Puderzucker schaumig rühren.
  4. Das Eigelb und die flüssige Schokolade dazugeben. Anschließend das gesiebte Mehl einrühren und den Eischnee unterheben.
  5. Vier feuerfeste Backförmchen mit Butter und Zucker auskleiden, diese dann bis zum oberen Drittel mit der Schokoladenmasse füllen.
  6. Bei 180˚ C (Umluft) ca. 10 Min. backen.

Zubereitungszeit: 30 Min. Backzeit: etwa 10 Min.

Tipp: Statt Backförmchen kann man auch Muffin-Formen nehmen.

Für die Himbeercreme: 

Zutaten:

  • 250 g Himbeeren
  • 250 g Magerquark
  • 50 g Puderzucker
  • 1 Zitrone (unbehandelt)

Zubereitung: 

  1. Die Himbeeren pürieren und durch ein Sieb streichen.
  2. Zitrone waschen und Schale abreiben.
  3. Den Quark mit dem Puderzucker und dem Zitronenabrieb mit einem Handrührgerät gut vermengen.
  4. Das Himbeermark dazugeben und alles kräftig aufschlagen. Mit Zitronensaft abschmecken.

Zubereitungszeit: 20 Min.

Tipp: Statt Quark kann man auch Frischkäse verwenden.

Serie: Medizin à la carte – Kochen für die Gesundheit

Im wahrsten Sinne des Wortes gesund essen: Weitere Artikel mit gut verdaulichen wissenschaftlichen Fakten, die Sie dazu anregen, vielleicht ein Küchen-Experiment zu wagen, finden Sie hier:

Unsere Speisekarten zum Download: 

  1. Was fürs Herz: Wer sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken will, setzt auf mediterrane Kost.
  2. Knochen-Arbeit verrichten: Um Osteoporose vorzubeugen, empfiehlt sich kalziumreiche Kost.
  3. Wenn der Darm verstimmt ist: Dann tut man ihm mit unserem Rezept was Gutes, da es die Galle anregt und eine gesunde Darmflora fördert
  4. Den Stoffwechsel anregen: Mit Vitamin A gegen Diabetes.
  5. Dem Gehirn auf die Sprünge helfen: Wer sich gegen Demenz schützen möchte, sollte auch auf Blaubeeren setzen.
  6. Schön immun bleiben: Für die Immunabwehr ist Zink besonders wichtig.
  7. Freudensprünge für die Seele: Selbst bei Depressionen kann sich Schokolade positiv aufs Wohlbefinden auswirken.

Von Prof. Dr. Dr. Berend Feddersen

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