Bier hat eine erstaunliche Vielfalt

Keine Scheu vorm neuen Gebräu

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Hanspeter Gütlin (links) und Thomas Lang aus Neuenstadt brauen selbst Bier.

Wasser, Hefe, Hopfen und Malz - aus diesen vier Zutaten lassen sich viele unterschiedliche Biersorten brauen.

Die Maß im Krug? Muss sein! Bier ist im Jahr 2016 – 500 Jahre nach Erlass des Reinheitsgebots – aber weit mehr als nur ein Gesöff, um es nebenher wegzukippen und sich hemmungslos zu berauschen. Einige Trends im Überblick:

Experimente: "Viele Biertrinker wollen weg vom einheitlichen Geschmack", erklärt Mario Gimbel, Biersommelier bei der Distelhäuser Brauerei. Daher experimentieren viele Brauer mit Aromahopfen und unterschiedlichen Hefesorten. Denn aus den vier Zutaten Wasser, Hopfen, Hefe und Malz lassen sich fast unzählige Biere brauen. Da kommen auch schon mal exotische Sorten heraus, die bananig, zitronig oder wie geräucherter Schinken schmecken, aber dennoch komplett nach dem Reinheitsgebot hergestellt sind. "Beim Bier sind 3.000 Stoffe erfasst, die den Geschmack beeinflussen“, erläutert Andreas Weis vom Vertrieb der Löwenbrauerei Hall. Beim Wein sind es nur 200." Und Gimbel erklärt: "Dabei entstehen Sorten, die super zum Käse oder zu edler Schokolade passen." Nicht unbedingt die ersten Gedanken, die man hat, wenn man von einem klassischen, kühlen Blonden träumt.

Craftbeer: Viele Bierfreunde brauen auch selber und haben sich daheim in der Garage oder im Gartenhäuschen kleine Gärtanks eingerichtet. Wie zum Beispiel Hanspeter Gütlin, der in seiner Neuenstädter Biermanufaktur braut. Gütlin: "Als ein edles Getränk tritt Bier immer mehr aus dem Schatten des Weines hervor. Und die Leute trinken nicht nur, sondern interessieren sich auch dafür, wie aus hiesigen Rohstoffen ein besonderes, regionales Getränk hergestellt wird." Heimat also - die man schmeckt und die lecker die Kehle hinabfließt.

Keine Scheu vor fremdem Gebräu

Saisonal: "Bei uns gibt es - neben den ganzjährigen Sorten - im Winter kräftige, dunkle Biere, im Sommer was Leichtes, Fruchtiges", berichtet Brauer Tobias Scheele von der Eppinger Palmbräu. Diese Monatsbiere gibt es nur in begrenzter Menge und sind etwas Besonderes. "Das sind intensive Sorten, die nicht unbedingt jedem schmecken. Aber diese Biere haben eine Aussage und stehen für das Brauerhandwerk, das eben mehr zustande bringt als nur die immer gleichen Fernsehbiere."

Genuss: Das Image ändert sich. Gimbel: "Bier wird heute mehr genossen und nicht nur runtergekippt." Bei Bierverkostungen machen sich die Menschen Gedanken über das Produkt. Gimbel: "Und das tut auch dem Bier gut, weil ein neues Bewusstsein um das Getränk entsteht. Das ist wie beim Slowfood – nur eben flüssig."

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Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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