Nicht ohne Konsequenzen: Beleidigung in sozialen Netzwerken

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Ruhig bleiben statt Dampf ablassen: Eine Beleidigung ist im Eifer des Gefechts schnell getippt, hat möglicherweise aber rechtliche Folgen. Foto: Franziska Gabbert

Ob auf der Straße oder im Internet: Eine Beleidigung ist und bleibt eine Beleidigung. Trotzdem schätzen viele die möglichen rechtlichen Konsequenzen nicht realistisch ein, wie eine Umfrage zeigt.

Berlin (dpa/tmn) - Beleidigungen in sozialen Netzwerken sind an der Tagesordnung - vielleicht auch, weil viele Nutzer die rechtlichen Konsequenzen falsch einschätzen.

So sind laut einer Forsa-Umfrage mehr als ein Viertel der Menschen hierzulande (28 Prozent) überzeugt, dass Beschimpfungen in der Öffentlichkeit, also außerhalb des Internets, größere rechtliche Folgen haben als in sozialen Netzwerken - obwohl es juristisch keinen Unterschied macht, wo jemand beleidigt wird.

Genau das Gegenteil, also dass Beleidigungen in sozialen Netzwerken schwerer wiegen als in der Öffentlichkeit, glaubte knapp jeder Fünfte (17 Prozent). Gut die Hälfte der Befragten (51 Prozent) ging davon aus, dass es bei den rechtlichen Konsequenzen keinen Unterschied gibt oder diese von der jeweiligen Situation abhängen.

Die große Mehrheit (80 Prozent) gab an, bei einer Beleidigung das Profil des Verfassers zu melden. Mehr als die Hälfte würde das Löschen des Beitrags fordern (58 Prozent) und gut jeder Vierte (44 Prozent) würde auf eine Beleidigung mit einer Anzeige bei der Polizei reagieren.

Ein automatisiertes Filtersystem zum Schutz vor Beleidigungen in sozialen Netzwerken findet mehr die Hälfte der Befragten gut (54 Prozent). Das wünschen sich besonders die Befragten, die älter als 50 Jahre alt waren (70 Prozent). Im Auftrag des Deutschen Anwaltvereins waren 1004 Menschen zwischen 18 und 60 Jahren befragt worden.

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