Fehlende Regeln

Hasskommentare: Experten sehen Handlungsbedarf

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Facebook hat immer wieder Probleme mit Hasskommentaren.

Leipzig - Was kann Hasskommentaren in sozialen Netzwerken entgegengesetzt werden? Über solche Fragen diskutieren Experten beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland.

Angesichts von Schlagworten wie „Überfremdung“ oder „Islamisierung“ hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eine „systematische Dämonisierung“ des Flüchtlings-Themas aus dem Pegida-Lager beklagt. Es werde nicht mehr nach den Fluchtursachen gefragt, die Flüchtlinge würden statt dessen nur noch als Bedrohung gesehen, sagte Ramelow am Montag beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig.

Die Teilnehmer des dreitägigen Medienkongresses beklagten eine Verrohung der Sprache und einen starken Anstieg von Hasskommentaren in sozialen Netzwerken. „Was wir da erleben, hat es vor drei Jahren nicht gegeben. Seit Pegida, seit der Diskussion über eine „Islamisierung des Abendlandes“, bekommt man jede Woche Morddrohungen“, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

Mit Blick auf Anfeindungen auf privaten Facebook-Seiten warb Ramelow für konsequentes Löschen und Blockieren: „Bei meiner Facebook-Seite haben Beleidiger, Rassisten und Faschisten keinen Platz.“

Digitale Öffentlichkeit ohne soziale Kontrolle

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, beklagte ein Regelungsdefizit mit Blick auf Hasskommentare in sozialen Medien. Es sei mittlerweile eine digitale Öffentlichkeit entstanden, in der es wenig Regelungen gebe und wo die soziale Kontrolle nicht funktioniere.

Motive für das Schreiben von Hasskommentaren sind aus Sicht des Chefredakteurs des „Philosophie Magazins“, Wolfram Eilenberger, Verlustängste und Gefühle von Kränkung und fehlender Anerkennung. Mit Blick auf die Kontrollmöglichkeiten solcher Kommentare gab er zu bedenken: „Die meinungsbildenden Netzwerke wie Facebook sind letztlich private Clubs, die sich ihre Regeln selbst geben können.“

Unter dem Motto „Die Wucht des Wandels - in neuen Systemen leben“ diskutieren noch bis Mittwoch Experten aus Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über den gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf die Medienwelt.

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dpa

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