Wie Phönix aus der Diesel-Wolke

VW-Markenoffensive: Ein neuer König und viele Facelifts

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Autor Hans Moritz zwischen VW Touareg und Up.

Bei VW träumt man von einem richtigen Knaller, und zwar von einem, der endlich mal nicht von einer dunklen Dieselwolke vernebelt wird.

Der Abgasskandal ist lange noch nicht ausgestanden, und in Wolfsburg weiß man, dass man daran selbst schuld ist. Auch daran, dass man den Diesel in den USA wohl komplett plattgemacht hat. Volkswagen will wieder in die positiven Schlagzeilen. Das könnte gelingen mit einer soeben begonnenen Modelloffensive bis 2020, wie man sie bei VW noch nie erlebt hat. 2017 wird ein entscheidendes Jahr.

Noch geheim - VW bringt einen neuen Fünftürer

Mit Spannung erwartet wird vor allem ein neuer Fünftürer im Fastback-Design, mit dem man dem Audi A7, dem 5er GT von BMW und dem Mercedes CLS auf den Heckfänger rücken will. Das Projekt im C-Segment ist so geheim, dass VW noch nicht einmal den Namen des Neulings nennen will. Seinen ersten großen Auftritt soll er im Frühjahr in Genf haben. So viel steht fest: Er wird an den Passat CC erinnern, aber deutlich muskulöser ausfallen. Dafür spricht auch: Der bisherige CC rollt aus – für immer.

Ein bisschen lassen sich die Designer dann doch in die Karten schauen. Am Anfang habe die Erkenntnis gestanden: Die klassische Limousine mit Motorhaube, Kabine und Kofferraum – das „Drei-Box-System“ – hat ausgedient. Zwei Formaten gehört die Zukunft: Der Markt der SUV scheint weiter grenzenlos zu sein. Und die sportlichen Fließhecks erobern die Straße.

VW Passat mit einem längeren Radstand

Das neue VW-Flaggschiff wird einen längeren Radstand als der Passat aufweisen, in der Gesamtlänge aber unter fünf Metern bleiben. Trotz Schräghecks weist der Kofferraum ein maximales Volumen von 1700 Litern auf. Geplant sind vorerst zwei Vier-Zylinder-Motoren: ein 280-PS-Benziner und ein 240-PS-Diesel. Später wird ein Hybrid hinzukommen. Im Stadtverkehr sollen zwei Zylinder abgeschaltet werden können. „Sehr groß, sehr attraktiv, sehr elegant“, lautet die Trias der Superlative. Nur beim Preis lässt man die Konkurrenz gern überholen. Der neue VW-Primus soll ab 40.000 Euro zu haben sein. So kann auch das Ende der luxuriösen Limousine Phaeton verschmerzt werden, der nur zehn Jahre vergönnt waren.

Hallo, Zukunft! VW-Vorstand Herbert Diess in der elektrifizierten Designstudie I.D.

Mit dem neuen Modell befahren die Wolfsburger auch Neuland beim teilautonomen Fahren. Der Emergency Assist wird das Auto selbst auf mehrspurigen Fahrbahnen selbstständig an den rechten Straßenrand steuern, dort halten und den Notruf wählen, wenn der Fahrer nicht mehr in der Lage ist, das Fahrzeug selbst zu bedienen.

Auch der Touareg kommt 2017 im neuen Gewande daher. Zum Jahresende wird der Nachfolger erwartet. Die Herausforderung, der sich die Konstrukteure hier stellen: die konsequente Vernetzung mit dem Smartphone und Displays mit Wischtechnik sowie Sprachsteuerung. Diese Erkenntnis bei VW ist keine neue, Porsche hat es gerade beim Panamera vorgemacht, Mercedes bei der E-Klasse.

Und was gibt’s noch Neues? Dem Benjamin der Flotte, dem Up TSi, wurde ein neuer Drei-Zylinder nach der Golf-Blue-Motion-Technologie gegönnt. Der hoch verdichtende Turbo macht den Up spritzig und sparsam und erlaubt etwa, selbst im dritten Gang noch smart abbiegen oder langsam fahren zu können. Die 90 PS gibt es ab 9850 Euro.

Diesel für den VW Polo

Der Polo erhält nächstes Jahr einen neuen Diesel. Und: Die SUV-Welle wird voraussichtlich 2018 auch über den Polo schwappen. Für den Flottenkönig Golf ist 2017 ein Facelift angekündigt, ehe es ab 2019 den Golf 8 geben wird. Beim Tiguan ist 2017 buchstäblich mehr drin: Die verlängerte XL-Version geht an den Start, dann mit sieben Sitzen. Sein neuer Preis: mindestens 27.500 Euro. 

Elektro-Auto von „übermorgen“: der Volkswagen I.D.

Hans Moritz

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