Fahrt auf dem Lausitzring

Porsche Panamera: Sprintstar in kaiserlichem Gewande

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Der neue Panamera wirkt jetzt deutlich sportlicher. Er ist dezent gewachsen, der verlängerte Radstand sorgt im Inneren für mehr Platz.

Von einer Sekunde auf die nächste presst es uns in den Sessel. Gut, dass es ein Schalensitz mit stabilen Seiten ist. Denn auch wenn wir nur auf dem Beifahrersitz Platz nehmen durften...

...zeigt die erste Fahrt im Porsche Panamera der zweiten Generation auf dem Lausitzring rasch: Die Zuf­fenhauser versprechen nicht zu viel, wenn sie den Panamera als die schnellste Luxuslimousine der Welt bewerben, als DEN Sportwagen im Premiumsegment.

Porsche Panamera 4S

Der Panamera kam 2009 auf den Markt und sorgte für Staunen: Porsche baut eine Straßenlimousine mit vier vollwertigen Sitzen und einem Kofferraum von veritabler Größe! Im November 2016 folgt die zweite Generation – gebaut im neuen Werk in Leipzig. Und bei Porsche wird man nicht müde zu behaupten, dass es quasi ein ganz neues Fahrzeug sei. In der Tat ist der Panamera mehr denn je ein Sprintstar in kaiserlichem Gewande.

Die Modelle : Der Panamera 4S verfügt über einen 2,9 Liter-V6-Biturbo mit 440 PS und einem maximalen Drehmoment von 550 Nm. Von null auf 100 km/h braucht er 4,2 Sekunden. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 8,1 Litern. Der 4S Diesel gilt als schnellster Diesel weltweit – dank seines 4,0 Liter-V8-Turbodiesels mit 422 PS und 850 Nm. Von null auf 100 km/h geht es in 4,3 Sekunden. Der Verbrauch wird mit 6,7 Litern angegeben. Der Gepard der Königsklasse ist der Panamera Turbo mit 550 PS und 770 Nm. Nach 3,6 Sekunden ist die Kraftmaschine auf 100 und schwitzt 9,3 Liter auf 100 Kilometer aus. Unter der Haube werkelt ein 4,0 Liter-V8-Biturbo. Die neue elektromechanische Hinterachslenkung macht ihn noch agiler.

Neu in der Porsche-Familie ist das Doppelkupplungsgetriebe mit acht statt sieben Gängen. Zugleich wurde die Voraussetzung für eine spätere Hybridisierung mit Plug-in-Technologie geschaffen.

Die Außenansicht : Mit 5,05 Meter Länge, 1,94 Meter Breite, 1,42 Meter Höhe und einem 30 Millimeter größeren Radstand ist die zweite Generation dezent größer. In der behutsam bearbeiteten Front stechen vor allem die eckigen LED-Matrix-Scheinwerfer mit vier kantigen Elementen in den Ecken und einem runden Auge in der Mitte hervor. Die Lufteinlässe fallen ein bisschen größer aus. 

Am Heck hat sich deutlich mehr getan: Der Spoiler ist von der Scheibe auf die Karosserie gewandert, was das Ladevolumen vergrößert – auf jetzt 495 Liter. Signifikant ist das durchgängige horizontale Lichtband, das die Porschefans vom 911er und Macan kennen. Alle größeren Flächen sind aus Alu gefertigt. Dadurch wurde Gewicht gespart, was andernorts für mehr Technologie und Elektronik benötigt wurde.

Unser Autor Hans Moritz im neuen, sehr aufgeräumten Cockpit.

Das Innenleben : So schwer es fällt, sich von der aufregenden Karosserie und der neuen Flyline, die den Wagen hinten um 22 Millimeter niedriger macht, zu verabschieden. Das Innenleben entschädigt für die Lossagung. Die Sitze sind eher Sessel, typisch ist die integrierte Kopfstütze. Die Architektur umspielt den Körper und gibt ihm Halt, wenn die Fliehkräfte eindrucksvoll wirken. Schalter gibt es kaum, das Cockpit kommt daher aufgeräumt wie ein Smartphone XXL daher. Der Fahrer blickt nur noch auf den analogen Drehzahlmesser. Für alle anderen Daten gibt es zwei runde 7-Zoll-Displays. Die Schaltzentrale steckt in einem 12,3-Zoll-Screen in der Mitte. Zwei Handys können hier konfiguriert werden, ansonsten sind alle fahrzeug-, umgebungs- und zielrelevanten Daten abrufbar – über das Panamera-eigene WiFi und die integrierte LTE-Antenne.

Sicherheit : Aufgefallen sind uns ein Nachtsicht-Assistent, der im Dunklen auf Tiere und Fußgänger aufmerksam macht, sowie ein Abstandsregler, der die nächsten drei Kilometer der Route voraus im Blick hat und daraus den optimalen Kurs bestimmt – teilautomatisiertes Fahren also.

Das kostet der Porsche Panamera

Der Preis : Der 4S beginnt bei 113 000 Euro, der Diesel bei 116 000 Euro. Der Turbo fängt bei 153 000 Euro an. Man sollte sich nichts vormachen: Wer den Panamera nicht von der Stange kauft, dürfte der 200 000-Euro-Marke nah kommen.

Porsche zeigt seinen neuen Panamera

Hans Moritz

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