Buga und Kultur-Unterstützer denken über Zusammenarbeit nach

Inselspitze: Blumen und Bilder im selben Boot

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Die Heilbronner Inselspitze ist bald wieder neu belebt.

Beide Bewerber um die Inselspitze wollen Heilbronn nach vorne bringen. Eine gute Basis für eine Zusammenarbeit?

Das echo24-Voting in dieser Woche war eindeutig: 1.986 Abstimmer - und 91,86 Prozent davon waren der Meinung: Die Heilbronner Kunstszene sollte das gesamte Areal der Inselspitze bekommen. Ohne Buga, die soll außen vor bleiben.

Nach der verbreiteten Meinung müsste also die Kulturszene dringend raus aus dem abgelegenen Industriegebiet - und rein ins Stadtzentrum. Hier wäre sie präsenter und es gäbe einen konkreten Anlaufpunkt für Kunstschaffende, sich zu vernetzen und gemeinsame Aktionen zu starten. Doch wäre dieser Weg wirklich der beste für alle Beteiligten - für Heilbronn und die Region? Denn ein nüchterner Blick zeigt: Am meisten lässt sich erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen.

Holzsteg am Neckarufer im Wohlgelegen

 "Die Inselspitze ist ein spannender Ort im Stadtgeschehen. Durch die Nähe zum Neckar ist sie ein Platz mit Symbolkraft", erklärt Hanspeter Faas. Der Geschäftsführer der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn bemüht sich seit Anfang des Jahres um die Nachmiete der ehemaligen Galerie Rieker. Noch in diesem Jahr soll die Inselspitze bezogen werden – als Informationsort für das Spektakel in drei Jahren.

Dieses Voting ist abgelaufen.
Was sollte aus der Inselspitze werden?
Die Kunstszene sollte das gesamte Areal bekommen. Ein Anlaufpunkt ist nötig.
91.86%
Am besten komplett an die Buga. Die braucht Aufmerksamkeit.
6.79%
Wenn beide zusammenarbeiten, ist es für alle das Beste.
1.16%
Es ist egal, was aus der Inselspitze wird. Sie ist zu abgelegen.
0.18%

Der zweite Interessent am Areal ist die Heilbronner Kunstszene um Philipp Kionka, die mit dem Projekt "Inselspitze – Galerie und Netzwerkkultur" eine Anlaufstelle für Kulturschaffende auf der Inselspitze etablieren will. Wer jedoch die beiden Parteien als feindliche Lager betrachtet, liegt daneben. Kionka betont: "Ich bin ganz klar kein Buga-Gegner, sondern finde es gut, dass Heilbronn dadurch Aufmerksamkeit bekommt und noch attraktiver wird." Und Faas sagt: "Beide Seiten haben ein gemeinsames Interesse: Heilbronn nach vorne zu bringen."

Die Inselspitze wird zum Diskussionsforum

Grundsätzlich eine gute Basis für eine Zusammenarbeit. Vor gut einer Woche haben sich die Buga-Leute und die Kultur-Unterstützer zu einem offenen Gespräch getroffen. Faas: "Beide Seiten bewerten die Runde als positiv." Jetzt gilt es, Anknüpfungspunkte zu finden und zu schauen, wo Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestehen. Faas erklärt: "Wir und die Gruppe um Herr Kionka haben jetzt Hausaufgaben zu machen. Dann treffen wir uns wieder und treiben die Planungen voran."

Weder Faas noch Kionka geht es darum, den eigenen Kopf auf Gedeih und Verderb durchzusetzen. "Es gilt, beide Ideen unter einen Hut zu bringen", sagt Faas. Damit Heilbronn und die Menschen der Region einen Anlauf- und Treffpunkt haben. Nicht nur mit Bildern oder nur mit Blumen, sondern mit beidem.

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Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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