"Es geht nicht nur um Spaß - wir retten Menschenleben!"

So retten Vierbeiner Menschenleben

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Ein Rettungshund hat die versteckte Person gefunden.

Rund 15 bis 25 Einsätze hat die älteste Rettungsstaffel Deutschlands pro Jahr.

Es ist ein komisches Gefühl. Auf einmal bin ich das "Opfer". Gleichzeitig ist es aber auch aufregend. 110 verschiedene Verstecke gibt es auf dem Trainingsgelände der BRH-Rettungshunde-Staffel Unterland. Eines dieser Verstecke darf ich austesten. Es ist eng und still, ich warte auf das Bellen des Rettungshundes. Nach kurzer Zeit höre ich, wie der Hund über mir läuft. Er hat mich gewittert!

Dann fängt er an zu bellen. Er hört nicht auf, bis der Hundeführer kommt und den Deckel meines Verstecks öffnet. Der Hund bekommt ein Leckerli oder Spielzeug zur Belohnung. Wie alle anderen auch, hat er mich nicht übersehen. Obwohl ich damit gerechnet habe, ist es ein befreiendes Gefühl.

Günter Baumann, der Vorsitzende der Hundestaffel, erklärt: "Eigentlich sieht unser Trainingsgelände aus wie ein Müllhaufen - das soll aber ja so sein." Schließlich möchten sie von der BRH hier eine Schadenstelle so echt wie möglich darstellen. Die Hunde müssen bei Einsätzen auf alles gefasst sein. Beim Training werden sie in drei Gruppen unterteilt: die Junghunde, die mittleren und die geprüften Hunde.

Noch nie haben die Rettungshunde eine Person übersehen

Beim Training geht es dann oft ordentlich zur Sache. Hier wird schon mal ein Feuer gezündet oder mit einer Motorsäge Krach gemacht. Außerdem werden die Hunde jedes Jahr geprüft. Die Vorgabe: Innerhalb von 25 Minuten drei Personen finden. Gar nicht so ohne!  

Auch die Hundeführer müssen einiges lernen - vor allem in der Theorie. Karten lesen können, Trümmerkunde, Erste Hilfe für Mensch und Tier, Funkausbildung und Windrichtung bestimmen ist absolute Grundlage. Denn: Er muss den Hunden zeigen, in welcher Himmelsrichtung sie suchen müssen. Günter Baumann: "Die Rettungshundearbeit ist keine Spaßveranstaltung - wir retten Menschenleben!"

Sollten die Rettungshunde finanziell besser unterstützt werden?

Aber das Training und die Prüfungen zahlen sich aus. Bisher wurden bei jedem Einsatz alle Vermissten gefunden. Baumann: "Darauf sind wir schon ziemlich stolz." Zu Recht!

Mit 42 Jahren ist die Rettungsstaffel die älteste privatrechtliche Rettungshundestaffel in Deutschland. Nach der Gründung entstanden immer mehr Staffeln. Die ersten fünf wurden in den Katastrophenschutz aufgenommen. Aus dem Landesverband entstand der BRH Bundesverband Rettungshunde e.V., dem heute über 85 Staffeln angehören. Daraus entstand schlussendlich die weltgrößte Organisation für Rettungshunde.

Trotz dieses Engagements muss der Verein seine Einsatzklamotten, Geräte und alles was dazu gehört, selbst beschaffen. Manchmal entstehen bei Einsätzen sogar noch Kosten für den Verein.

Hier geht's zur Website: BRH-Rettungshundestaffel Unterland e.V.

Von Melanie Schmidt

echo24.de Redaktion

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