Heilbronner Fahranfänger sprechen über ihr Fahrverhalten

Gefahr Handy am Steuer - Was sagt ihr dazu? 

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Das Smartphone am Steuer zu benutzen, ist wahnsinnig gefährlich.

Nur mal ganz kurz aufs Handy schauen während der Fahrt? Hier sagen Heilbronner Fahranfänger, was sie davon halten.

Kevin Kramer aus Heilbronn-Sontheim sitzt bequem in seinem Fahrzeug. In der einen Hand sein Smartphone, in der anderen das Lenkrad. „Oft checke ich meine Facebook-Neuigkeiten während dem Fahren.“ So leichtsinnig wie Kramer sind viele Autofahrer. Die sogenannten Smombies sind von ihren Smartphones nicht mehr wegzubekommen. Nicht mal beim Autofahren. Yvonne Schmierer, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn: „Ein Bruchteil einer Sekunde der Unachtsamkeit reicht schon aus, um eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darzustellen.“

Laut einer kürzlich veröffentlichten US-Studie tragen Ablenkungen zu gut 68 Prozent der Unfälle bei. Nach Überzeugung der Wissenschaftler steigert der Griff zum Handy die Unfallgefahr etwa um das Fünffache, das Lesen und Schreiben von Nachrichten um das Zehnfache. Laut einer Hochrechnung der deutschen Versicherungswirtschaft steigt das Unfallrisiko mit dem Schreiben von SMS und Mails am Steuer sogar um das 23-fache. Bei Tempo 50 bedeutet ein fünf Sekunden kurzer Blick des Fahrers aufs Handy 70 Meter Blindfahrt.

Aber warum schauen so viele Fahrzeughalter trotz Verbot und bekannter Gefahr auf das Handy? Schmierer: „Autofahrer hören das Klingeln einer Nachricht und die Neugier siegt.“

Hier sprechen junge Fahranfänger von ihren Erfahrungen mit dem Smartphone am Steuer.

Kevin Kramer, Heilbronn-Sontheim:

Da ich eine Handy-Halterung im Auto habe, telefoniere ich durchgehend am Steuer. Oft checke ich auch meine Facebook-Neuigkeiten während dem Fahren. Ich besitze ein Automatik betriebenes Fahrzeug. Deshalb mache ich mir keine Sorgen, dass ich Unfälle verursachen könnte. Meine Eltern wissen über meine Fahrweise Bescheid.

Hanna Braun, Massenbachhausen:

Ich selbst fahre noch kein Auto. Habe aber vor, meinen Führerschein zu machen. Ich finde Leute, die während des Fahrens auf ihr Handy schauen, extrem fahrlässig und unverantwortlich. Mein Tipp: einfach das Handy vorher ausschalten. Dann kommt man auch nicht in Versuchung, drauf zu schauen und dadurch unaufmerksam zu werden.

Dominik Samija, Heilbronn-Böckingen:

Seit einem Monat habe ich meinen Führerschein. Dazu kommt, dass ich nach dem BF17 von meinen Eltern beim Fahren begleitet werden muss. Deswegen kommt es für mich nicht in Frage, dass ich beim Fahren auf mein Smartphone schaue. Das ist viel zu gefährlich. Nicht nur bei hoher Geschwindigkeit. Auch bei 20 km/h wird es heikel.

Hand aufs Herz: Benutzt du dein Handy während du Auto fährst?

Linda Nowack, Leingarten:

Ich fahre kaum lange Strecken und so gut wie nie alleine. Eigentlich quatsche ich immer mit meinen Freunden, um die Fahrzeit zu vertreiben oder höre Musik. Deswegen denke ich gar nicht erst an mein Handy. Überhaupt ist es im Auto für mich tabu. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit reicht aus, um verheerende Unfälle zu bauen.

Justin Woodsen, Unterkessach:

Wenn ich an der Ampel stehe, schaue ich schon ab und an auf mein Smartphone. In der Regel sind es sogar meine Eltern. Zurückschreiben ist für mich aber tabu und zu gefährlich. Denn: Von Unterkessach nach Heilbronn sind es lange Autobahnfahrten. Gott sei Dank gibt es Bluetooth. So habe ich beim Telefonieren meine Hände am Lenkrad.

Lucas Grimm, Nordheim:

Wenn ich mein Handy dabei habe, dann nur in der Hosentasche. Allein das Vibrieren beim Eintreffen einer Nachricht lenkt mich schon ab. Ich bin mir aber sicher, dass ich mit der Zeit leichtsinniger werde, vor allem in der Eile. Die Smartphone-Benutzung am Steuer ist meiner Meinung nach ein Phänomen der heutigen Online-Generation.

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Vanessa Sica

Vanessa Sica

Mode- und Lifestyle-Expertin. Für Recherchen von regionalen Themen und als Szene-Reporterin immer unterwegs. Kolumne: "Vashionessa".

E-Mail:vanessa.sica@echo24.de

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