Kompliziertes für jedermann verständlich gemacht

Super Science Slam: So witzig kann Wissenschaft sein

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Unterhaltsamer Slam.

Sechs Kandidaten traten im Kampf um das "Goldene Gehirn" an.

Super Science Slam? Wie bitte? Die meisten der 450 Besucher in der ausverkauften Campus-Aula in Heilbronn konnten mit dem Begriff am Mittwochabend nicht viel anfangen. Im Endeffekt geht es darum, hochwissenschaftliche, komplexe Themen herunterzubrechen und in einem zehnminütigen Vortrag den Gästen verständlich zu machen.

Sechs Kandidaten – darunter zwei Frauen – waren von der Experimenta nach Heilbronn eingeladen worden, um im Wettstreit gegeneinander anzutreten. "Ich war vor kurzem beim Poetry Slam im Heilbronner Schießhaus, und deshalb wollte ich heute Abend unbedingt hierher", erklärt Elke Schulz aus Neudenau. Und sie hatte Glück. Denn bei der echo-Verlosung wurde sie als Gewinnerin gezogen und bekam zwei Karten. „Ich bin überhaupt nicht naturwissenschaftlich bewandert. Jetzt bin ich doch gespannt, was ich von den Vorträgen verstehe."

Auch ihre Begleiterin Beate Opitz aus Erlenbach betritt beim Science Slam Neuland: "Ich glaube, das wird ein lustiger, kurzweiliger Abend."

Bereits zum dritten Mal trägt die Experimenta den Super Sience Slam aus. Von Anfang an mit dabei: Nadine Thiel aus Brackenheim. "Das war jedes Mal eine tolle Sache. Es ist unglaublich, wie lustig die Doktoranden ihre Doktorarbeit erklären können. Außerdem bleibt man so immer auf dem neuesten Stand." Als Lehrerin lässt sie das Gelernte gerne in den Unterricht mit einfließen: "Vor allem, wie man ein komplexes Thema verständlich macht und welche technischen Hilfsmittel für eine Präsentation geeignet sind."

Super Science Slam in Heilbronn: So witzig kann Wissenschaft sein

Als Mitarbeiter der Hochschule Heilbronn hat Richard Zowalla aus Lauffen die Karten gewonnen: "Eigentlich nicht ich, sondern ein Kollege, aber der konnte den Termin nicht wahrnehmen und hat sie mir weitergereicht." Als Mitarbeiter der „Gesellschaft für medizinische Informatik“ kennt er den Science Slam: "Gerade, um Jugendliche für die Wissenschaft zu interessieren, ist dieses Format prädestiniert." Seine Begleiterin Stefanie Bernert aus Lauffen feiert Science-Slam-Premiere: "Ich erwarte spannenden und vielseitige Themen."

Und sie wird nicht enttäuscht. Tiefseeforscher Dennis Fink berichtet über "Schwarze und weiße Raucher", die Medizinstudentin Tran Nguyen erklärt die Entstehung multiresistenter Keime, Philosoph Matthias Warkus rätselt, wie viele Steine "Ein Haufen" sind, Neurowissenschaftler Dong-Seon Chang zeigt, wie das Gehirn andere Menschen und ihre Handlungen versteht, Neurobiologe Henning Beck erklärt, warum wir blitzschnell denken können und die Umweltphysikerin Helene Hoffmann sagt, wie man das Alter eines Gletschers bestimmt. Alle Vorträge sind mit lustigen Illustrationen untermalt. Einige Referenten hätten durchaus das Zeug zum Stand-up-Comedian. Ihre Mimik und Gestik bringen die Zuhörer unentwegt zum Lachen.

Der Sieger wird über ein Applauso-Meter ermittelt. 102 Dezibel zeigt es bei Hoffmann an und damit siegt sie knapp vor Chang. "Damit hätte ich nie gerechnet. Ich habe bei ein paar regionalen Wettbewerben schon teilgenommen, aber noch nie bei so einem bundesweiten Vergleich. Ich freue mich riesig", erklärt sie, als sie das "Goldene Gehirn" von Experimenta-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Hansch als Preis überreicht bekommt.

Marc Thorwartl

Marc Thorwartl

Als Reporter bei den "Falken" immer auf Puckhöhe, auch auf regionalen Veranstaltungen mittendrin. Kolumne: "Eiskalt".

E-Mail:marc.thorwartl@echo24.de

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