Interview mit dem Oberbürgermeister

Harry Mergel: "Heilbronn ist sicherer, als man denkt"

+
Harry Mergel telefoniert in seinem Arbeitszimmer.

Im ersten Teil des Sommerinterviews mit echo24.de spricht der Oberbürgermeister über die Sicherheitslage in Heilbronn.

echo24.de: In letzter Zeit gab es mit der Bombendrohung auf dem Volksfest und mehreren Übergriffen einige Vorfälle, die die Heilbronner beschäftigt haben. Wie sicher ist die Stadt? 

Oberbürgermeister Harry Mergel: Wir sind im engen und kontinuierlichen Austausch mit der Polizei. Klar ist: Die objektive Sicherheitslage und das subjektive Sicherheitsgefühl sind zwei unterschiedliche Dinge. Und Fakt ist: Aktuell nimmt bei uns die Anzahl der Straftaten, eher ab, d.h. die objektive Sicherheitslage verbessert sich. Das finde ich beachtlich und erfreulich. Dass es daneben in einer offenen und freien Gesellschaft auch zu Belästigungen und Straftaten kommen kann, lässt sich leider nie ganz verhindern.

Der OB zeigt seinen Arbeitsplatz

Und was ist mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl? 

Ereignisse wie die Bombendrohung haben natürlich auch im Zuge der Attentate in München und Würzburg eine besondere Gewichtung bekommen. Deshalb müssen wir vor allem daran arbeiten, das subjektive Sicherheitsbedürfnis zu verbessern. Das muss unser Maßstab sein. Ein Beispiel aus jüngster Zeit dafür ist die Entspannung im Bereich des Berliner Platzes. Lange Zeit gab es dort eine Problemsituation. Das hat sich durch den gemeinsamen Einsatz von Stadt, Polizei und Streetworkern aber nahezu komplett entspannt.

Vor ein paar Jahren stand im Raum, in der Innenstadt Videoüberwachung einzurichten. Ist das auch aktuell ein Thema? 

Hier geht es natürlich vor allem um polizeitaktische Überlegungen. Wir arbeiten im Bereich der Sicherheit eng mit der Polizei zusammen. Im Moment ist das Thema Videoüberwachung nicht auf der kommunalen Tagesordnung.

Fühlen Sie sich in der Region noch sicher?

 

Hat auch die Verlegung des Polizeipostens in die Innenstadt zu einer Verbesserung beigetragen? 

Nicht nur das. Wir haben auch neun Stellen im kommunalen Ordnungsdienst geschaffen. Die sorgen gemeinsam mit der Polizei durch ihre Präsenz für Sicherheit.

Es gibt ja immer eine "Trinkerszene"… 

…und auch da hat sich vieles gebessert. Ich bin dankbar, dass wir jetzt in der Wilhelmstraße eine großflächige Anlaufstelle für Personen mit diesem Problem haben. Denn diese Menschen gehören auch zu unserer Gesellschaft und sie brauchen unsere Hilfe. Ich bin froh, dass wir in Heilbronn eine gute Balance zwischen Hilfsangeboten und Repressionen geschaffen haben.

Mehr zum Thema:

Interview mit Harry Mergel: Teil 2 - "Heilbronn wird immer internationaler"

Interview mit Harry Mergel: Teil 3 - "Heilbronn ist eine Stadt des Breitensports"

Helfende Hand: Initiative schlägt hohe Wellen

Olaf Kubasik

Olaf Kubasik

Seit 1999 beim echo – und fast ein Heilbronner Urgestein. Hat alle regionalen Themen im Blick. Kolumne: "Kubasiks Kosmos".

E-Mail:olaf.kubasik@echo24.de

Julia Fischer

Julia Fischer

Lifestyle, Essen und Trinken sind ihre Themen. Auch als Szene-Reporterin und bei lokalen Events mittendrin. Kolumne: "Angerichtet".

E-Mail:julia.fischer@echo24.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare