Sommerinterview mit dem Oberbürgermeister

Mergel: "Wir sind eine Stadt des Breitensports"

Im dritten Teil des Sommerinterviews spricht der Heilbronner Oberbürgermeister über den Sport in der Käthchenstadt.

echo24.de: Als ehemaliger Sportbürgermeister sind Sie prädestiniert für das Thema Sport in Heilbronn. Früher haben Sie auch immer von der Sportstadt Heilbronn gesprochen. Inzwischen hat Neckarsulm Heilbronn den Rang aber abgelaufen - oder?

Oberbürgermeister Harry Mergel: Neckarsulm hat 28.000 Einwohner, Heilbronn hat fast 30.000 Mitglieder in Sportvereinen. Es ist also eine Frage der Definition der Sportstadt. Neckarsulm hat sicherlich Herausragendes im Spitzensport geleistet. Davor habe ich den höchsten Respekt. Natürlich legen wir auch viel Wert auf den Spitzensport. Mit Eishockey haben wir immer noch den besucherstärksten Sport in der Region. Aber wir sind in der Tat eher eine Stadt des Breitensports. Auch wenn wir immerhin mit Eduard Popp und unserem "Goldmädchen" Carina Bär zwei aktuelle Olympiateilnehmer haben.

Die Nutzung des Frankenstadtions ist suboptimal. Es ist das größte Stadion der Region. Wie kann man es besser nutzen? 

Das Frankenstadion wird vor allem als Leichtathletik-Stadion genutzt. Davon gibt es in Baden-Württemberg kaum noch eins. Wir versuchen deshalb attraktive Leichtathletik-Events, wie vor kurzem die Süddeutschen Meisterschaften, nach Heilbronn zu holen. Aber natürlich ist das Stadion ein Dokument vergangener Zeiten. Heute würde man das sicher anders bauen.

Der OB zeigt seinen Arbeitsplatz

Wann gibt es wieder einen höherklassigen Fußballverein in Heilbronn? 

Um das zu analysieren, reichen der Platz und die Zeit nicht (lacht). Fußball hat sich völlig verändert, ist extrem kommerzialisiert und auf die ersten drei Ligen ausgerichtet. Deswegen muss es für alle, die ernsthafte Ambitionen haben, das Ziel sein, in diesen Bereich zu kommen. Dazu bedarf es einer langjährigen Planung und enormer finanzieller Mittel. In Heilbronn haben wir diese Voraussetzungen im Moment leider nicht. Wir müssen also mit unseren Stärken arbeiten - und leider auch mit unseren Schwächen leben.

Und was ist mit der Kolbenschmidt Arena? 

Die Hallensituation steht nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste, aber sie ist ein Thema. Die Bedingungen sind nicht optimal. Heute würde man sicher eine Multifunktionshalle bauen.

Auch die Horkheimer wollen eine neue Halle haben. 

Es gibt keine kurzfristige Lösung. Auch nicht für die Stauwehrhalle. Aber die Situation bleibt Thema. Wir sind sehr stolz auf den TSB Horkheim als Aushängeschild. Deshalb haben wir auch 1,3 Millionen Euro investiert. Das wurde häufig abgetan, weil das Geld "nur" in den Brandschutz geflossen ist. Aber: Hätten wir das nicht gemacht, würde der TSB heute nicht in der Halle spielen können.

Insgesamt soll der Sport also weiter gefördert werden? 

Auf jeden Fall. Ich bin sehr stolz darauf, dass Heilbronn in Baden-Württemberg immer noch als Vorbild gilt, wenn es um die Sportförderung geht. Wir haben den Jugendförderbeitrag im vergangenen Jahr sogar erhöht. Insgesamt geben wir im Jahr etwa zwei Millionen Euro für die Sportverbände aus. Dazu kommt dann noch eine Dreiviertelmillion für Investitionen.

Mehr zum Thema:

Sommerinterview: Teil 1 - "Heilbronn ist sicherer, als man denkt"

Sommerinterview: Teil 2 - "Heilbronn wird immer internationaler"

Olaf Kubasik

Olaf Kubasik

Seit 1999 beim echo – und fast ein Heilbronner Urgestein. Hat alle regionalen Themen im Blick. Kolumne: "Kubasiks Kosmos".

E-Mail:olaf.kubasik@echo24.de

Julia Fischer

Julia Fischer

Lifestyle, Essen und Trinken sind ihre Themen. Auch als Szene-Reporterin und bei lokalen Events mittendrin. Kolumne: "Angerichtet".

E-Mail:julia.fischer@echo24.de

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