So positionieren sich Unternehmen optimal am Markt

Heilbronner PR-Experte erklärt: So wirkt Werbung

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Mit der Firma Adworks stellen Arkadi Neb und seine Frau Amna Gibicd das Image von Firmen in der Öffentlichkeit dar.

"For you. Vor Ort."? Manche Slogans wirken unbeholfen. Aber sie funktionieren oft gerade deshalb.

Ein Energy-Drink verleiht Flügel. "Geiz ist geil." Und wer im Media-Markt einkauft, der ist sicher nicht blöd. "Werbeslogans müssen gar nicht zwingend was mit dem Produkt zu tun haben", sagt Arkadi Neb. "Wichtig ist, dass der Spruch einen Wiedererkennungswert hat. Und wenn er diskutiert wird und vielleicht sogar ein Aufreger ist: umso besser für das Unternehmen. Denn dann ist es im Gespräch."

Seit 2008 betreibt der 38-Jährige die Medien- und Werbeagentur Adworks in Heilbronn. Der eigentlich widersinnige Slogan "Come in and find out" der Parfümerie Douglas ist nach dem Heilbronner alles andere als ein Schuss in den Ofen. Ebenso wie der oft belächelte Schlecker-Satz "For You. Vor Ort." Neb: "Gegen Sprachmischungen ist nichts zu sagen. Die Frage ist nur, wer sich darüber aufregt. Das Entscheidende ist, dass man die Zielgruppe trifft."

Da ist es dann auch zweitrangig, wenn Werbesprüche fehlverstanden werden, wie die folgende Bildergalerie zeigt.

"Triefen vor Gestank"?: Witzige Werbeübersetzungen

Bei Adworks legt Neb Wert darauf, den Kunden rundum zu betreuen: Flyer, Logo-Entwurf, Imagefilm, Werbeslogans, Musikproduktion, Eventorganisation – Adworks vereint alles unter einem Dach. Neb erklärt: "Ein Unternehmen muss Emotionen wecken. Wer einfach nur gute Leistung bringt, hat am Markt auf Dauer keine Überlebenschance, selbst wenn er momentan viele Aufträge hat. Dann kommt ein Mitbewerber und überholt ihn. Wer nicht wirbt, der stirbt." Und zwar, weil die Konkurrenz etwas zu erzählen hat. Oder die Sinne anspricht. Neb: "Wer zum Beispiel einen Werbefilm für den Hersteller von Schwerlasttransportern dreht, kann eine halbe Stunde lang zeigen, wie das Gefährt ganz langsam vorwärts fährt." Gähn! "Oder aber, man macht die Sequenz 40 Sekunden lang, unterlegt alles mit rasanten Schnitten und erzeugt Dynamik."

Und letzteres funktioniert. Durch das mediale Dauerfeuer sind die Konsumenten derart abgestumpft, das beim kleinsten Leerlauf das Interesse gegen Null geht. "Werbung muss die Leute abholen. Und wenn es um Triebhaftes wie Sex und Essen geht, ist jeder dabei." Deshalb ist der zweideutige Boris-Becker-Internet-Spruch "Bin ich schon drin" auch heute noch jedem ein Begriff. Ein Marketing-Beispiel par excellence ist laut Arkadi Neb Red Bull: "Die warten nicht, sondern schaffen selber Trends. Die investieren riesige Summen ins Marketing, sind überall präsent und holen sich die Allerbesten ins Boot. Da wird der Fremderfolg schnell zum eigenen." Und wenn sich Fans von Traditionsklubs die Münder über RB Leipzig zerreißen, hat der Brausehersteller sein Ziel absolut erreicht. Denn die Diskussion läuft. Und negative Publicity ist auch gute Publicity.

Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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