Paul Maar plaudert im Heilbronner Theater über seine Kinderfigur

Lustiger Abend mit dem Sams-Erfinder

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Paul Maar plaudert bestens gelaunt im Stadttheater Heilbronn.

Das Schreiben von Kinderbüchern ist für den 78-jährigen Paul Maar wie ein geistiger Jungbrunnen.

Rote Bürstenhaare, Wunschpunkte im Gesicht, ein prallrunder Trommelbauch und ein freches Mundwerk, aus dem es meistens lustige Reime herausposaunt. Die Kinderfigur Sams hat mehrere Generationen geprägt – seit der erste Band vor mehr als 40 Jahren erschienen ist. Sams-Auto Paul Maar erzählt: "Das Sams steht einfach dafür, sich auch mal etwas zu trauen und ist praktisch die Gegenfigur zu seinem so genannten Papa, zu Herrn Taschenbier."

Der 78-jährige Schriftsteller ist am Freitag in der Boxx des Theaters Heilbronn zu Gast und unterhält sich mit SWR-Moderator Wolfgang Niess über sein umfangreiches Werk, das natürlich weit mehr als nur die Bücher über das Sams vorweisen kann. Auch Theaterstücke, Drehbücher und Gedichtbände gehören dazu.

Mehr als nur das Sams

 Allerdings hat das Sams mittlerweile ein Eigenleben entwickelt, wie der Autor gut gelaunt berichtet: "Ich war einmal bei einer Schule eingeladen, die in Paul-Maar-Schule umbenannt wurde. Davor war ein Bauarbeiter zugange, der fragte, was denn heute für eine Festlichkeit anstehe. Der Rektor sagte, dass die Schule ab sofort nach Paul Maar benannt sei. Den Namen kannte er nicht. Als man ihm aber sagte, das sei der Autor des Sams', fing der junge Mann sofort an: 'Am Sonntag: Sonne, am Montag: Herr Mon, am Dienstag: Dienst und so weiter.'"

Ans Aufhören denkt Maar noch lange nicht. "Ich habe noch jede Menge Ideen im Kopf, die ich umsetzen möchte. Die besten Gedanken kommen mir immer nachts, wenn ich zwischen vier und fünf Uhr aufwache." Über die ganzen knapp zwei Gesprächsstunden ist Maar anzumerken: Der Autor trägt noch immer das innere Kind im Herzen. An seinen pfiffigen Ideen in den Büchern ist nichts aufgesetzt. "Manchmal verzweifelt meine Frau fast, weil ich daheim das Frühstück in Reimen kommentiere", sagt Maar und lacht.

"Die Bücher von Paul Maar sind ganz toll", sagt Jörg Neumann aus Nordheim. "In vielen Figuren erkennt man reale Personen wieder. Und zur Sams-Welt findet man sofort Zugang. Sie ist nicht so überfrachtet wie moderne Fantasy-Bücher." Schon jetzt steigt die Vorfreude auf Maars neues Buch: "Schiefe Märchen und schräge Geschichten" kommt im Herbst. Und das steckt sicher wieder voller lustiger und verrückter Ideen, die wieder klar machen: Die Kinderzeit war doch die schönste Zeit!

Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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