Kolumne: "Angerichtet"

Unbedingt mal wieder lecken statt tippen

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Die Briefmarke ist fast ausgestorben. Dabei ist reale Post doch so viel schöner als virtuelle.

Wenn man mal eine braucht, ist irgendwie keine da. Und wenn doch, dann meist die Falsche. Außerdem sind sie teuer. Und sie mit der Zunge abzulecken, ist schon immer irgendwie eklig.

Briefmarken sind zu Raritäten geworden. Das Wort Philatelist (Briefmarkensammler) kennt doch heute kaum noch jemand. Und erst recht niemand mehr hat die Bezeichnung noch ernsthaft verdient. Dass die Blaue Mauritius inzwischen einen stolzen Preis von über zwei Millionen Euro hat - wen interessiert das schon?

Whats-App und Co. sind schließlich günstiger, bequemer und auch von Menschen mit grottenschlechter Handschrift nutzbar. Dazu kommt, dass die Nachrichten in Sekundenschnelle beim Empfänger sind und nicht mehrere Tage brauchen.

Wie überbringen Sie Nachrichten?

Mag sein, dass eine Geburtstags-SMS den Feiernden auf jeden Fall am richtigen Tag erreicht. Zu frühe oder zu späte Gratulation? Mit dem Handy ausgeschlossen! Aber mal ehrlich: Dieses Gefühl, den Briefkasten zu öffnen und eine handgeschriebene Postkarte mit niedlichem Motiv zu finden, kann doch nicht durch das nervige Piepsen des Smartphones ersetzt werden.

Oder habt ihr schon einmal eine Whats-App-Nachricht ausgedruckt, an den Kühlschrank gepinnt und so bei jedem Gang durch die Küche an einen lieben Menschen gedacht? Wohl kaum! Leute, kauft euch doch bitte genügend Briefmarken und verschickt - bald passt es ja wieder - eine Menge Weihnachtspost. Vielleicht ja auch einfach an die große Liebe im eigenen Haus. Denn versprochen: In 40 Jahren findet die ganz sicher keine SMS mit Mfg, LG oder Hdl auf dem Dachboden.

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Julia Fischer

Julia Fischer

Lifestyle, Essen und Trinken sind ihre Themen. Auch als Szene-Reporterin und bei lokalen Events mittendrin. Kolumne: "Angerichtet".

E-Mail:julia.fischer@echo24.de

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