Immer weniger Besucher

Warum das Fandorf ein Auslaufmodell ist!

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Aussterbende Spezies: Immer weniger Fußball-Fans wollen sich die Spiele der Nationalmannschaft in Fandörfern anschauen.

Wenig Leute - miese Stimmung: Public Viewing ist nicht mehr angesagt.

Was 2006 mit dem Sommermärchen begann, findet jetzt ein ebenso abruptes Ende wie die Mär von der "sauberen" Fußball-Weltmeisterschaft damals in Deutschland. Wo anno dazumal zusammen auf Fanmeilen und Fandörfern gehofft, gebangt, geherzt, gejuchzt oder kollektiv gejubelt wurde, herrscht zur EM Tristesse und Leerstand.

Ist das Fandorf ein Auslaufmodell?

Warum? Zum einen hat ein aufgeblähter EM Modus mit dem "Eigentlich-kannst-du-in-der-Vorrunde-gar-nicht-scheitern-Modus" den Turniercharakter verwässert. Es gibt zu viele Mannschaften und Spiele, die kein EM-Niveau aufweisen. Zum anderen haben die Deutschen wieder den Spaß in der kleinen Gruppe entdeckt. Nette Gespräche und gemütliches Beisammensein statt aufdringlicher Einpeitscher und Massen-Bespaßung. Sitzplatz statt Plattfüße. Bier statt Plörre. Glas statt Plastik.

Die ganze Theresienwiese in schwarz-rot-gold

Nein, fußballmüde sind die Deutschen nicht. Nur treffen sie sich wieder lieber im kleinen Kreise privat, in Biergärten oder in Kneipen als auf Fandörfern.

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Marc Thorwartl

Marc Thorwartl

Als Reporter bei den "Falken" immer auf Puckhöhe, auch auf regionalen Veranstaltungen mittendrin. Kolumne: "Eiskalt".

E-Mail:marc.thorwartl@echo24.de

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