Kolumne: Angerichtet

Für Anfänger - G'schwind G'schwäbelt

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Viele Fragezeichen statt Verständnis: so zumindest geht es Anfängern, die schwäbischen Dialekt hören.

Wer hierher zieht, der muss so einiges lernen. Aber sich zuhause zu fühlen - das geht schneller als gedacht.

Weisch? Nee, eigentlich weiß ich nichts, als ich im April ins Ländle ziehe. Nicht, was eine Kehrwoche ist und erst recht nicht, wie ich jemals diese Fremdsprache verstehen soll. Geschweige denn schwätze.

Huch, schwätze? Tja, so schnell geht's. Nach drei Monaten im Schwabenland übernehme ich beim Reden immer mehr die Gewohnheiten der Kollegen. Wie selbstverständlich fahre ich inzwischen ins G'schäft, nicht zur Arbeit. Dabei hatte ich auf die Frage: "Was hasch du g'schafft?" mit "Wie bitte? Anzahl der Liegestützen? Erreichte Lebensziele?" geantwortet. Inzwischen weiß ich aber, was eigentlich gemeint war.

Verstehsch? "Ja", kann ich stolz sagen. Ich verstehe so einiges. Kehrwoche? Viertele schlotze? Kein Problem! Die wichtigsten Dinge lernt man eben am schnellsten. Um möglichst viel aufzuschnappen, hake ich immer nach, sobald es noch Verständigungsprobleme gibt. Da gibt’s dann auch solche Antworten: "Ein Versucherle ist ein Probiererle." Aaahja! Bei mir hätte das bisher Häppchen geheißen. Aber am neuen Wohnort will ich mich integrieren.

Also: Schaffe, schaffe, Häusle baue. Dann klappt auch das mit dem Schwäbisch bald. Nur die Sache mit dem Sparen - die habe ich leider noch nicht verinnerlicht.

Julia Fischer

Julia Fischer

Lifestyle, Essen und Trinken sind ihre Themen. Auch als Szene-Reporterin und bei lokalen Events mittendrin. Kolumne: "Angerichtet".

E-Mail:julia.fischer@echo24.de

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