Ärzte tragen keine Mitschuld an Winnenden-Katastrophe

Amoklauf: Klage des Vaters abgewiesen

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Blumen und ein Zettel erinnern an Tim K., den Amokläufer von Winnenden.

Fehler ja, aber keine Mitschuld - die Ärzte des Amokschützen konnten eine solche Tat nicht vorhersehen.

Sie haben Fehler bei der Behandlung gemacht, trotzdem tragen die Ärzte keine Mitschuld an der Tat des Amokschützen von Winnenden. Das hat das Landgericht Heilbronn entschieden und damit die Klage des Vaters von Tim K. abgewiesen.

Damit haften das zuständige Klinikum und seine Mitarbeiter nicht neben dem Kläger. Dieser muss die Schadensersatzforderung, zu der er wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden war, nun in vollem Umfang alleine tragen. Vier Millionen Euro muss er an die Opfer, Hinterbliebene, die Stadt Winnenden und die Unfallkasse Baden-Württemberg zahlen.

Tim K. war vor seiner Tat am 11. März 2009 bereits am Zentrum für Psychatrie Weinsberg in Behandlung gewesen. Unter Berücksichtigung eines eingeholten jugendpsychatrischen Gutachtens wurden Behandlungsfehler eingeräumt.

Im Gespräch mit Ärzten hatte Tim K. "Wut und Hass auf die Menschheit zum Ausdruck gebracht", sagte ein Sprecher des Landgerichts. Er habe auch davon geredet, alle zu erschießen.

Den Therapeuten könne deshalb vorgeworfen werden, dass sie nicht nachhakten. Zudem wurde ein Persönlichkeitstest falsch ausgewertet und keine Sexualanamnese, also ein Gespräch über die sexuelle Zufriedenheit des 17-Jährigen, geführt.

Dennoch hatten die Ärzte laut Gericht nicht vorhersehen können, dass Tim K. in der Albertville Realschule in Winnenden 15 Menschen und sich selbst töten und viele weitere verletzen würde.

Dass Tim K. Zugang zu Waffen und Munition hatte, sei allein dem Vater vorzuwerfen. Er hatte als Sportschütze die Tatwaffe offen zugänglich im Kleiderschrank liegen. Die Ärzte hätten dies zwar ansprechen, aber nicht zwingend eine Änderung hervorrufen können.

echo24.de Redaktion

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