Am 2. November im Heilbronner Komödienhaus

Guido Cantz: "Habe schon einige schlechte Witze gemacht"

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Guido Cantz.

Der "Verstehen Sie Spaß?"-Moderator im Interview über den deutschen Humor, seine schwäbischen Wurzeln und Heilbronner Scherze.

"Genial daneben", "Karnevalissimo", "Deal or No Deal" und – natürlich – "Verstehen Sie Spaß?". Guido Cantz ist aus dem deutschen Fernsehen kaum wegzudenken. Seit 25 Jahren sorgt der Kölner Moderator auch als Comedian für jede Menge Lacher. Auf seiner "Blondiläum"-Tour macht der 45-Jährige am Mittwoch, 2. November, im Heilbronner Komödienhaus Station. Mit echo24.de-Redakteur Daniel Hagmann hat sich der Comedy-Tausendsassa über ein Vierteljahrhundert Bühnenerfahrung, seine schwäbischen Wurzeln und den liebenswürdigen Heilbronner Humor unterhalten.

echo24.de: Eines Ihrer Bücher trägt den Untertitel 'Meine Suche nach dem deutschen Humor'. Was zeichnet den deutschen Witz denn aus?
Guido Cantz: Es gibt zwar den Ausdruck 'britischer Humor', aber ich finde, dass der deutsche Humor oft unterschätzt wird. Auch hier gibt es jede Menge guten Witz. Das typische Klischee vom pünktlichen und spaßbefreiten Deutschen, bei dem immer alles korrekt zugeht, bröckelt. Nicht zuletzt seit dem VW-Skandal.

Bilder: Guido Cantz feiert "Blondiläum"

Gibt es regionale Unterschiede, was den deutschen Humor angeht?  
Es sind vor allem Differenzen im Temperament. Im Rheinland sind die Leute ausgelassen. Da geht gleich die Post ab. In Norddeutschland freuen sich die Leute stiller.

Dürfen Witze auch mal so richtig platt sein? 
Ich habe selbst in meiner langen Bühnenzeit schon einige schlechte Witze gemacht. Man denkt sich was aus – und hält die Pointe für supertoll. Beim Publikum kommt das dann plötzlich aber kaum an. Da muss man sich von liebgewonnenen Ideen halt mal trennen. Wenn man aktuelles Geschehen mit einem Augenzwinkern ins Programm einbaut – das kommt immer gut an.

Wer bringt Sie zum Lachen? 
Mein sechsjähriger Sohn. Und Kollegen wie Atze Schröder oder Gerhard Polt.

Dieses Jahr feiern sie 'Blondiläum'. Gab es in den 25 Jahren Momente, die besonders im Gedächtnis geblieben sind? 
Mein erster Auftritt 1991 war was ganz Besonderes. Und die Verleihung des Deutschen Comedypreises 2014 für 'Verstehen Sie Spaß?'. Eine tolle Belohnung für das ganze Team.

Sie haben schwäbische Wurzeln – Ihr Vater kommt aus Stuttgart...  
Ich bin gerne und viel im Schwäbischen unterwegs. Viele Verwandten wohnen dort. Außerdem bin ich nach wie vor Mitglied beim VfB Stuttgart.

Dann machen Sie gerade keine leichte Zeit durch... 
Schon seit Jahren leide ich mit dem Klub mit, aber ich stehe dem VfB treu zur Seite. Hannes Wolf zum Coach zu machen, ist mutig, aber richtig. Wenn man perspektivisch mit ihm arbeitet, kann da auf lange Sicht etwas Tolles entstehen. Ich bin sicher: am Saisonende klappt's mit dem Wiederaufstieg. Der VfB wird Zweiter!

Was halten Sie von Guido Cantz?

Und was verbinden Sie mit Heilbronn? 
An die Stadt habe ich gute Erinnerungen: Vor Jahren bin ich schon einmal in Heilbronn aufgetreten. Da hat sich das Publikum gedacht: Wenn der 'Verstehen Sie Spaß?'-Onkel kommt, spielen wir ihm doch gleich mal einen Streich. Ein Scherzkeks hat mir meine Klaviernoten versteckt, sie aber – nach meiner anfänglichen Verwirrung – wieder herausgegeben.

Das heißt jetzt aber nicht, dass die Besucher am 2. November im Komödienhaus auf Liedeinlagen verzichten müssen – oder? Auf keinen Fall! Das Publikum kann sich auf die besten Nummern aus 25 Jahren Guido Cantz und Beiträge zum aktuellen Geschehen freuen. Es wird auf jeden Fall ganz viel zum Lachen geben!

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Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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