Vorsicht vor der Killerdroge Crystal Meth!

Das Spiel mit einem grausamen Tod

Eine Mitarbeiterin des Zollfahndungsamtes Dresden hält sichergestelltes N-Methylamphetamin in den Händen.Foto: avs
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Party? Von wegen! Auf die euphorisierende Wirkung von Crystal Meth folgt die zerstörende Wirkung: Ekzeme, Zahn- und Haarausfall, Wahnvorstellungen.

Panzerschokolade, Ice, Stuka-Tabletten, Crank, Yaba - es gibt viele Namen für die synthetische Droge Crystal Meth, mit der der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erwischt wurde. Das Methamphetamin wurde bereits 1919 in Japan synthetisch kristallisiert. In Deutschland wurde in den 30er-Jahren intensiv an einem effizienten Herstellungsverfahren geforscht, welches 1937 patentiert wurde. Das Methamphetamin kam anschließend unter dem Namen Pervitin in den Handel. Zu zweifelhaftem Ruhm gelangte das Medikament, da es vornehmlich von deutschen Wehrmachtssoldaten im zweiten Weltkrieg eingenommen wurde, um Müdigkeit oder Angstgefühle zu unterdrücken und Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu steigern.

Crystal gehört zu den am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt. Das Potential einer Abhängigkeit ist hoch. Crystal wird geschnupft, geraucht oder in Wasser gelöst intravenös injiziert. Im deutschsprachigen Raum gehandeltes Methamphetamin wird zumeist in Osteuropa hergestellt. Die Droge wirkt vor allem im Gehirn. „Konsumenten durchleben einen Flash, sie werden euphorisch und fühlen sich selbstbewusst“, erklärt Gorch Pieken, der wissenschaftliche Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, die Wirkung. In Deutschland wurde Pervitin 1988 endgültig vom Markt genommen.

Damit wurde die illegale Herstellung zum lukrativen Geschäft. Die Synthese ist einfach, günstig und kann mit legalen Zutaten und rudimentären Chemiekenntnissen erfolgen. Pseudoephedrin wird aus Hustenmitteln isoliert und dann mit Batteriesäure oder Abflussreiniger vermischt, um die Wirkung zu potenzieren.

Mit fatalen Folgen für die Konsumenten: Ekzeme, Herzrhythmusstörungen, Zahn- und Haarausfall, Nierenversagen, paranoide Wahnvorstellungen. „Crystal Meth wird in Heilbronn gehandelt und auch konsumiert, allerdings lange nicht in dem Ausmaß, wie im Grenzgebiet zu Tschechien. Einen signifikanten Anstieg können wir nicht verzeichnen“, erklärt Helena Resch, Leiterin Jugend- und Suchtberatung/Kontaktladen Heilbronn. Eine Einschätzung, die auch Jörg Tüx, Rauschgift-Dezernatsleiter beim Polizeipräsidium Heilbronn teilt: „Im Vergleich zu den Bundesländern im Osten haben wir wenige Meth-Fälle. Eine Zunahme verzeichnen wir hier in Heilbronn beim MDMA (Methylendioxy-N-methylamphetamin) in kristalliner Form, eine Art Extasy .“

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