Präsentation in BaWü-Vertretung

Heilbronn in der Hauptstadt: Ein Auftritt mit Herz

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Diese Botschaft können wir guten Gewissens so stehen lassen.

Was für eine coole Vorstellung: Heilbronn begeistert beim Landsleute-Treffen in Berlin.

Aus Berlin berichtet Martin Einsiedler

Berlin sei schon aufregend, erzählt eine Heilbronnerin mittleren Alters am Dienstagabend in der baden-württembergischen Vertretung in Berlin. Das Brandenburger Tor etwa sei toll, oder auch Kreuzberg, wo ihr Sohn lebe. Warum? "Hier haben die jungen Leute so viele Möglichkeiten Dann blickt sie auf ihren Teller, auf dem sich Maultaschen, Schupfnudeln und Kartoffelsalat befinden. Daneben steht ein Glas Riesling. Die Frau sagt: "Aber Heilbronn ist auch schön."

Berlin ist toll, aber Berlin soll ruhig wissen, dass es noch andere tolle Städte gibt. Auch kleinere, wie Heilbronn, wo es nicht nur gute Maultaschen und guten Wein gibt. Das ist ein klein wenig die Botschaft, die die Heilbronner um ihren Oberbürgermeister Harry Mergel am Dienstagabend beim sogenannten Landsleute-Treffen in Berlin aussenden. Das Treffen findet einmal jährlich statt. Und dieses Mal bot sich den Heilbronnern die Gelegenheit, sich von ihrer besten Seite zu präsentieren.

Es kann vorweggenommen werden, dass Mergel und seine kleine Mannschaft die Chance eindrucksvoll nutzten und gut vorbereitet die Errungenschaften und Vorzüge der 125.000-Einwohner-Stadt präsentierten. Rund 1400 Gäste, fast allesamt in Berlin lebende Baden-Württemberger, hatten die Veranstaltung in der Vertretung nahe dem Potsdamer Platz zu einer ziemlich engen, aber stimmungsvollen Party werden lassen.

Impressionen: So präsentiert sich Heilbronn in Berlin

Das Programm, zum Beispiel die Airtrack-Show des Heilbronner Kunstturnteams oder die musikalische Begleitung von der Band "Mr. Hot and the Funky Pepperonies", trug seinen Teil zum Gelingen des Abends bei; sicher auch das Essen sowie Wein und Bier aus der Heilbronner Region. Doch mehr noch als Show und Verpflegung waren es die Inhalte, mit denen die Heilbronner punkten konnten.

Mergel machte zum Auftakt des Landsleute-Treffens klar, dass sich Heilbronn stark im Aufwind befinde, beim Städteranking auf Platz drei liege, zu den deutschlandweit wirtschaftsstärksten Regionen zähle, darüber hinaus auch von der Einwohnerzahl stark wachse, viele Wohnungen im Bau seien und 1.400 Flüchtlinge "bravourös" in ordentlichen Wohnungen untergebracht worden seien. "Vor allem aber ist Heilbronn die innovativste Bildungsstadt in Baden-Württemberg."

Was Mergel da am Dienstag von sich gab, kennt man aus der Hauptstadt nicht. Dort sind die Probleme gerade in Sachen Flüchtlingsunterbringung oder Bauvorhaben riesig. Die Heilbronner aber befinden sich auf dem Fundament einer florierenden Wirtschaft auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen in einer Aufbruch-Phase. Durch den Ausbau des Campus und die Erweiterung des Science-Center experimenta entwickelt sich Heilbronn zur Bildungs- und Wissensstadt.

Speziell von der erweiterten experimenta erhofft sich Mergel einen sogenannten Bilbao-Effekt: "Ganz Heilbronn wird durch die Architektur der Experimenta neu wahrgenommen. Dies wird die Leidenschaft für Kultur und Technik noch stärker in unserer Stadt entfachen."  Dabei sei Heilbronn jetzt schon eine Stadt mit wunderbarem Flair.

Lässt es sich in Heilbronn wirklich gut leben?

Dieses aber soll besonders durch die Bundesgartenschau noch wunderbarer werden. Weit über zwei Millionen Besucher erwarten die Planer. Mergel verspricht bereits jetzt: "Das wird nicht beschaulich, das wird urban und natürlich ein weiterer Wachstumsfaktor."

Auch hier könnte der Gegensatz zu Berlin kaum größer sein. Dort findet sogar schon im nächsten Jahr die Internationale Gartenausstellung (IGA) statt. Nur bekommt das dort angesichts der vielen Probleme in der Stadt kaum einer mit. Ein Wachstumsfaktor dürfte die IGA in Berlin ohnehin nicht werden, eher ein "Wachstumsfaktörchen".

Die Heilbronner dagegen, das machte am Dienstag auch Marketingchef Steffen Schoch deutlich, "haben richtig was zu bieten". Schoch ging sogar so weit und bezeichnete das Landsleute-Treffen in Berlin als "Rückholaktion". Berlin ist ja mit 300.000 Baden-Württembergern gewissermaßen die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Baden-Württemberg.

Und was man so hört, sind die Baden-Württemberger nicht bei allen Berliner wohl gelitten. Schoch jedenfalls ist der Ansicht, dass Heilbronn es verdient habe, wahrgenommen zu werden und zudem eine Stadt mit Zukunft sei. Warum also nicht Berlin verlassen und nach Heilbronn ziehen? "Berlin ist eine tolle Stadt, aber Heilbronn ist das auch."

echo24.de Redaktion

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