41 leicht verletzte Schüler

Gasalarm: Schülerin wollte was ausprobieren

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Sanitäter und Polizisten stehen vor einer Realschule in Heilbronn. Foto: Friebe

Das Mädchen hatte Reizgas in der Schule in Sontheim versprüht.

"Einfach mal ausprobieren." Das ging am Montag ordentlich nach hinten los. Eine 13-Jährige teste in einer Schule in Heilbronn-Sontheim offenbar Reizgas und löste damit einen Gasalarm aus.

Auf echo24.de-Nachfrage bestätigte die Polizei gestern, dass es sich um die Mörike-Realschule handelt. Das Gebäude musste deswegen geräumt werden.

In der Schule waren zur Unglückszeit etwa 350 Schüler. 41 von ihnen wurden bei dem Vorfall leicht verletzt, klagten über Reizhusten und tränende Augen. Sie wurden vom Notarzt vor Ort versorgt und dann ins Krankenhaus gebracht. 

Das Areal wurde weiträumig abgesperrt und die unverletzten Kinder in eine naheliegende Schulsporthalle des Justinus-Kerner-Gymnasiums gebracht, um dort von ihren Eltern abgeholt zu werden.

Die Feuerwehr versuchte stundenlang herauszufinden, um welches Gas es sich handelt und wo es ausgetreten war. Es waren Spezialkräfte, unter anderem Chemiker, vor Ort. Eine Gefahr für die angrenzenden Bewohner bestand laut der Polizei nicht.

Die Ursache und die Art des Gases waren jedoch auch am Abend noch nicht bekannt. "Es liegt der Verdacht nahe, dass jemand einen bösen Scherz spielen wollte", sagte ein Polizeisprecher in der SWR-Landesschau.

Kurze Zeit später dann die Gewissheit: Das Mädchen erschien mit seiner Mutter auf dem Polizeirevier. Sie räumte ein, kurz vor Unterrichtsbeginn nach der Mittagspause Pfefferspray im Foyer der Schule versprüht zu haben. Sie hatte es "einfach mal ausprobieren wollen".

Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das Auftreten von "Clowns" habe man sich in der Klasse auch darüber unterhalten, wie man sich eventuell vor Belästigungen oder Bedrohungen schützen könnte. Das Pfefferspray habe sie von einer Freundin bekommen, die es zum Schutz vor möglichen Übergriffen bei sich hatte. Die Freundin sei auch schon von einem Unbekannten belästigt worden. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an.

Am Dienstag soll der Unterricht ganz normal weitergehen. Ein Sprecher der Polizei sagte am Dienstagmorgen, dass keine bedenklichen Werte mehr gemessen worden seien.

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echo24.de Redaktion

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