Facebook-Reaktionen

Initiative "Helfende Hand" schlägt hohe Wellen

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Auf der Scheibe des Portal zieren viele Hände den Eingang.

An dem Bündnis scheiden sich die Geister.

"Dass die Kriminalität in letzter Zeit extrem zugenommen hat, ist ja wohl nicht von der Hand zu weisen. [...] wenn die Menschen, die sonst gerne abends in der Stadt unterwegs waren und sich jetzt unsicher fühlen, während des einstündigen Spaziergangs ein sicheres Gefühl verspüren oder wissen, dass sie Plätze haben, wo sie hinflüchten können, schon allein dann hat sich die Aktion ausgezahlt!" - das ist die Reaktion von Lena P. auf Facebook auf die kritische Haltung der Polizei gegenüber der Gruppierung "Helfende Hand".

Die Aktion polarisiert. Lena P. steht nicht alleine da. Weitere Facebook-User bringen sich in die Diskussion mit ein. "Super-Aktion", heißt es von mehreren echo24.de-Lesern. Aber es gibt auch ablehnende Stimmen: "Davon halte ich nichts", lautet deren Tenor. Die Heilbronner Polizei hält die Initiative "Helfende Hand" der Thaibulls Heilbronn zumindest "für bedenklich".

Auch der Bericht auf echo24.de schlägt hohe Wellen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viel Unsicherheit, Angst und Konfliktpotential dahinter steckt. Dass selbsternanntes, im Viertel patrouillierendes Sicherheitspersonal, Gefahren mit sich bringen könnte, befürchtet Christoph E.: "Die Idee ist purer Aktionismus. Außerdem entstünde da eine parallele Sicherheitstruppe ohne Ausbildung und rechtliche Schulung. Die Polizei ist professionell und hat das Gewaltmonopol und das Recht zur Ermittlung, nicht irgendein Bürger in seiner Freizeit." Weiterhin betont er: "Und was passiert, wenn die 'Hände' oder 'Spaziergänger' tatsächlich mal einen Dieb o.ä. erwischen, will ich mir nicht ausmalen. Parallel zur Polizei agierende Selbstjustiz sorgt nicht für Sicherheit, sondern für Unsicherheit."

Würden sie die "Helfende Hand" in Anspruch nehmen?

Darauf kontert Bernd F. "Man trainiert einen Kampfsport, um Turniere zu kämpfen. Doch im Vordergrund [sollte stehen,] Schwachen zu helfen. Was man ja von unseren Politikern nicht erwarten kann. Ich hoffe, dass das unschuldige Morden in der EU bald aufhört und hoffe, dass es mal die richtigen erwischt. Mfg ein Deutscher."

Ist das Bündnis "Helfende Hand" also eine Initiative für Menschen in Not, die mehr Sicherheit mit sich bringt oder pure Angstmacherei mit der Gefahr, willkürlich Selbstjustiz ausüben zu können? In jedem Falle sollte sich die Initiative von rechtem Gedankengut klar distanzieren und Selbstjustiz kann in keinem Fall die Lösung sein.

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Vanessa Sica

Vanessa Sica

Mode- und Lifestyle-Expertin. Für Recherchen von regionalen Themen und als Szene-Reporterin immer unterwegs. Kolumne: "Vashionessa".

E-Mail:vanessa.sica@echo24.de

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