Ort für freie Kunst oder Buga-Infoplatz?

Reif für die Insel

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Kurator Bernhard Stumpfhaus (links), Künstlerin Annika Winkelmann und Netzwerker Philipp Kionka
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Buga-Infoplatz oder Ort für freie Kunstentfaltung? Was wird aus der Heilbronner Inselspitze?

Wenn das nicht nach einer Win-Win-Win-Situation aussieht: Seit Januar diskutieren die Verantwortlichen der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn um Hanspeter Faas und die Heilbronner Kunstszene um Dr. Bernhard Stumpfhaus, Annika Winkelmann und Philipp Kionka über die Nutzung der Inselspitze in der Heilbronner Innenstadt. Der von der Galerie Rieker angemietete Raum wird ab Sommer frei – und die beiden Bewerber auf die Nachmiete der gut 300 Quadratmeter Innen- und 500 Quadratmeter Außenfläche in Stadtbesitz steuern auf eine Einigung zu.

Am Freitag tauschten sich Kunstfreunde und Buga-Leute erneut aus. Das Ergebnis laut Presseerklärung: positive Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit. Es scheint als könnten beide Hand in Hand auf die Inselspitze ziehen – als mit Blumen umrahmtes Gemälde sozusagen. Das kommt nicht nur dem Buga-Ziel nahe, auf der Inselspitze einen Infopoint mit Grafiken und Material über die blühende Schau einzurichten, sondern hilft der Kulturszene, sich in der Stadt zu verankern. Am meisten profitiert aber die Bevölkerung, schließlich soll aus der Inselspitze ein Ort des Austauschs über Interessens- und Kulturschranken hinweg werden. "Unser Projekt heißt 'Inselspitze– Galerie und Netzwerkkultur'", erklärt der 30-jährige Heilbronner Philipp Kionka.

Die Inselspitze wird zum Diskussionsforum

Konkret: "Wir wollen Gemäldeausstellungen veranstalten. Namhafte Künstler haben zugesagt. An diesen Themen wird sich das weitere Programm orientieren." Künstler der Region stellen ebenfalls aus. Dazu soll die Inselspitze ein Ort sein, an dem die regionale Kunstszene sich entfalten kann. Bei Konzerten, Workshops, Diskussionen. Kionka: "Es wird Vorträge mit Themen wie ’Der Unternehmer als Künstler’ oder ’Der Künstler als Unternehmer’ geben." Auch jeder Geschäftsmann braucht Kreativität. Und ein Künstler, der nicht wirtschaftlich denkt, ist verloren. Es geht also nicht nur um Spezialinteressen.

Kulturnetzwerker Kionka fehlt in Heilbronn ein Anlaufpunkt, an dem Künstler sich vernetzen können. "Dafür wollen wir auf der Inselspitze das Büro für kulturelle Stadtentwicklung einrichten." Und auch die Salonkultur soll wieder aufleben: "In einem Raum, der wie eine Bibliothek eingerichtet ist, sollen Menschen kultur- und fachübergreifend miteinander ins Gespräch kommen." Alle Angebote sollen kostenlos sein. Also frei – wie die Kulturszene und die Gedanken. Sponsoren sind vorhanden.

Kommt es zur Zusammenarbeit, wird der Raum der Galerie zwischen den Parteien aufgeteilt. Kionka stellt klar: "Bei einer Doppelnutzung können spannende gemeinsame Projekte entstehen. Davon profitieren alle. Heilbronn hat viel Potenzial – und das gilt es, mit der Inselspitze zu zeigen." Nach hitzigen Debatten scheinen jetzt alle reif für die Insel: Buga-Leute, Kunstszene und Bürger. Ganz egal, ob Pflanzenfreunde, Kunstliebhaber – oder offen für alles.

Dieses Voting ist abgelaufen.
Was sollte aus der Inselspitze werden?
Die Kunstszene sollte das gesamte Areal bekommen. Ein Anlaufpunkt ist nötig.
91.86%
Am besten komplett an die Buga. Die braucht Aufmerksamkeit.
6.79%
Wenn beide zusammenarbeiten, ist es für alle das Beste.
1.16%
Es ist egal, was aus der Inselspitze wird. Sie ist zu abgelegen.
0.18%

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