"Wer aufgibt ist tot" bringt die Käthchenstadt auf die große Leinwand

Bjarne Mädel feiert Filmpremiere in Heilbronn

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Szenenbildnerin Söhnke Noé mit Schauspieler Bjarne Mädel und Regisseur Stephan Wagner (rechts).

Ohne einen Stau und die quengelnde Tochter wäre der Film wohl nie in Heilbronn gedreht worden.

Neckar, Kiliansplatz, Wollhaus. Schon die Eröffnungssequenz von "Wer aufgibt ist tot" lässt keinen Zweifel offen: Das ist ein Film, der in Heilbronn und Umgebung entstanden ist. Und später rauschen noch viele weitere markante Plätze über die Leinwand: der Wartberg, die Vulpius-Klinik in Bad Rappenau - und natürlich der Schemelsbergtunnel bei Weinsberg, wo die Schlüsselszene der Komödie spielt.

Premiere in Heilbronn: "Wer aufgibt ist tot"

Dabei ist die Handlung von "Wer aufgibt ist tot" gar nicht so speziell heilbronnerisch. Der Vertreter Paul Lohmann ist ein Kotzbrocken: egoistisch, er betrügt seine Frau - und anstatt für seine Tochter interessiert er sich für Tauben und Verkaufsprovisionen. Und dann geschieht für Lohmann das Unfassbare: Er stirbt! Doch mithilfe des Todesengels Angie reist der Tote in der Zeit zurück. Und begreift so langsam: Das Leben ist zu wertvoll, um Möglichkeiten zu vertändeln. Und für manchen Fehler gibt es keine zweite Chance.

Gestern Abend - zum Start der Kino-Open-Air-Saison - feierte der Streifen Premiere bei der Heilbronner Genossenschaftskellerei. Und Hauptdarsteller Bjarne Mädel, Regisseur Stephan Wagner und Todesengel-Darstellerin Friederike Kempter waren persönlich vor Ort.

Schaut ihr euch "Wer aufgibt ist tot" an?

Entspannt erklärte Mädel - der vor allem durch seine Rollen in "Stromberg" und "Der Tatortreiniger" jede Menge Selfie-Wünsche zu erfüllen hatte - völlig entspannt mit Kappe und Sandalen: "Endlich kann ich Heilbronn mal in Ruhe genießen. Beim Dreh ist ja alles eng getaktet und durchorganisiert." Noch bis Samstag bleibt er in der Käthchenstadt. Und vor den 1.400 Zuschauern sagte er nicht ganz ernst gemeint: "Mir gefällt es hier so gut - vielleicht lasse ich mich nieder und bleibe die nächsten 15 Jahre."

Dabei war es tatsächlich die Landschaft, die den Filmstoff zu einem Heilbronner Streifen werden ließ. "Alles begann mit einem Stau", sagte Regisseur Stephan Wagner und lachte. Weil seine Tochter auf einer Durchreise gequengelt hatte, fuhr er in Heilbronn von der Autobahn runter und dachte: "Tolle Landschaft." Mit der Story des Films beschäftigte sich Wagner schon seit mehreren Jahren - und nun war auch die passende Szenerie gefunden. Wagner: "Natürlich haben wir bei den Kamerafahrten darauf geachtet, möglichst viel von der Umgebung zu zeigen."

"Es ist toll, dass man seine Heimat auf der großen Leinwand sieht", sagte Lukas Schubert aus Heilbronn nach der Premiere. "Viele der Schauplätze erkennt man sofort wieder." Lydia Schall fand den Start des Films recht abrupt: "Es geht gleich in die Vollen, aber mit dem weiteren Verlauf versteht man die Handlung", sagte die Heilbronnerin. "Der Film ist witzig, regt aber auch zum Nachdenken an. Und die Figur Lohmann zeigt: Mit dem Alter kommt die Weisheit." Im Herbst wird "Wer aufgibt ist tot" auf der ARD ausgestrahlt.

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Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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