650 PS sorgen für Adrenalin bei den Taxi-Gästen im McLaren von Chris Vogler

Autoslalom begeistert Motorsportler

Mit einem McLaren 650S ging es für eine "Taxifahrt" auf die Strecke

Schon beim Zusehen wurde einigen etwas flau im Magen, Adrenalin-Fans kamen beim MSC Heilbronn dagegen auf ihre Kosten.

 Von Anna Bremer

Auspuffknattern und quietschende Reifen, glänzende Felgen und giftige Farben – beim Automobilslalom des Motorsportclubs Heilbronn auf dem Wolfszipfel am Wartberg ging’s am Sonntag nochmal heiß her.

Schon eine Viertelstunde vor seiner Taxifahrt steht Matthias Wicklein mit seinem Vater an der Startlinie. Am Vormittag hat er den grell orange-farbigen McLaren 650S genau unter die Lupe genommen. "So schnelle Autos kenne ich sonst nur vom Handyspiel, wenn es schon einmal die Möglichkeit gibt, in so einem mitzufahren, dann mache ich das natürlich", erklärt der 18-Jährige. Als Rennexperte Chris Vogler (55) mit seinem Megaflitzer an die Startlinie rollt, kommen zügig auch die anderen Taxigäste angelaufen. Bevor es losgeht, ist noch Zeit für ein bisschen Smalltalk mit dem Fahrer.

"Seine Höchstgeschwindigkeit bekommt der Wagen auf dieser Slalomstrecke natürlich nicht drauf", sagt Vogler vorab. "Vielleicht sind es hier 150 oder 170 Stundenkilometer auf der Geraden". Der Blick zwischen Mattias Wicklein und seinem Vater spricht Bände: Hat es sich gelohnt, eine Taxifahrt für 30 Euro zu buchen? Der Rennfahrer gibt zu, dass er den Wagen noch nie bei 300 km/h gefahren hat und spricht sogar von beinahe "Schrittgeschwindigkeit" mit der die erste Kurve heute genommen wird.

Pustekuchen! Dass die Ampel bereits auf grün umgesprungen ist, bekommt der Taxi-Gast kaum noch mit, schon geht’s um die erste Kurve. Wie schnell? Keine Ahnung, denn was hier Spaß macht ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Beschleunigung und die unfassbare Kraft, die einen in den Sitz drückt. Nächste Kurve! Er wird doch nicht die Hütchen umfahren?! Bremse! Links – rechts – links! Beschleunigung! Die G-Kraft scheint einem das Lächeln ins Gesicht zu drücken, tonlos.

Da stehen schon wieder Hütchen! Der McLaren schießt darauf zu. Souverän lenkt Vogler den Hochleistungswagen um die Hindernisse und um die Kurven am Wartberg. Am Ende der Strecke zeigt der englische PS-Gigant nochmal was er drauf hat und beschleunigt innerhalb weniger Meter auf knappe 170 Stundenkilometer. Nochmal quietschende Reifen und der Wagen wird langsamer. Nach etwas über einer Minute ist die Taxifahrt zu Ende. "Es macht schon Spaß, gell?", fragt Vogler. Und Matthias Wicklein ist begeistert: "Am besten gefallen hat mir die Beschleunigung am Schluss nochmal."

Autoslalom: Mit 650 PS um die Hütchen

Aus dem Rennsport hat sich Chris Vogler weitgehend zurückgezogen, da der Heilbronner, sich jetzt mehr um Beruf und Privatleben kümmern möchte. "Mit 55 steckt man so ein Rennwochenende mit kaum Schlaf, auch gar nicht mehr so leicht weg", erklärt er und schmunzelt. Aber Freude an der Fahrt hat er natürlich noch. Im Alltag fährt er einen Tesla, "der McLaren wird ab und zu als Belohnung rausgeholt".

Nach den Taxifahrten gehört die Strecke den knapp 100 angemeldeten Slalomfahrern. Von Opel Corsa über Mazda MX5 und Smart bis Porsche und BMW geht hier alles, was eine Lizenz hat, an den Start. Die Zuschauer haben sich hinter den Absperrungen auf Hügeln und Böschungen den besten Aussichtspunkt ausgesucht und verfolgen gespannt, wie die Fahrer ihren Untersatz durch den Parcours prügeln. Nikolas Gunkel aus Heilbronn ist mit seinem Vater zur Veranstaltung gekommen. Wenn er mal groß ist, möchte er Mercedes fahren. "Aber heute gefällt mir der grüne Honda am besten", versichert der 5-Jährige, bevor er wieder zu seinem Platz auf dem Hügel kraxelt, um nichts zu verpassen.

echo24.de Redaktion

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